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Ruhe bewahren


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Kaum eine Woche, an dem nicht neue Errungenschaften der iranischen Rüstungsindustrie gemeldet werden.

Am vergangenen Dienstag war es die neue Ashura Mittelstreckenrakete, die mit einer Reichweite von 2000 Kilometern Israel und eine Reihe von US Militärstützpunkten im Nahen Osten erreichen könnte. Am Mittwoch soll ein neues U-Boot mit dem Namen Ghadir in Betrieb genommen worden sein. Zehn Jahre lange Anstrengungen einheimischer Waffenbauer hätten damit ihren erfolgreichen Abschluss gefunden.

Das Problem mit all diesen Meldungen ist allerdings, dass kaum jemand in der Lage ist, ihren Wahrheitsgehalt nachzuprüfen. Zum Teil sind die Angaben auch widersprüchlich und mehr als verwirrend. So fragen sich die Experten, was denn eigentlich der Unterschied zwischen der neuen Ashura Rakete und der Ghadr-1 sei, die auf einer Parade im September vorgestellt wurde und angeblich 1.800 Kilometer weit reichen soll. Und dann gibt es auch noch den Klassiker im iranischen Raketenarsenal, die Shahab-3. Von ihr his es belang, sie könne Ziele in 2.000 Kilometer Entfernung treffen. Seit September hat sich diese Reichweite aber ohne weitere Erklärung auf 1.300 Kilometer verkürzt.

Überprüfen kann dies kein Außenstehender. Gelegentlich werden neue Waffen mal auf Paraden gezeigt, aber von dem neuen Unterseeboot existiert nicht einmal ein Foto. Man kann mit einiger Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass einiger Bluff mit ihm Spiel ist.

Allerdings können all diese Tricks nicht darüber hinwegtäuschen, dass nach Ansicht durchweg aller Experten die iranischen Streitkräfte sehr weit davon entfernt sind, den hochgerüsteten USA oder auch Israel ernsthaft die Stirn bieten zu können. Nicht einmal in einem Krieg gegen Nachbarn und Rivalen wie Saudi-Arabien wären sie von hohem Nutzen, weil Washington seine auf reichhaltigen Ölvorkommen sitzenden Verbündeten militärisch unterstützen würde.

Die Erfolgsmeldungen dienen wohl weniger der Abschreckung sondern zwei ganz anderen Zwecken: zum einen fördern sie die Moral der eigenen Truppe, was in spannungsgeladenen Zeiten immer wichtig ist, und zum zweiten sollen sie der Bevölkerung suggeriert, es bestehe kein Grund zur Sorge.

Präsident Mahmoud Ahmadinejad stößt in das selbe Horn.

O-TON Ahmadinejad

[steht frei und dann darüber:]

Immer und immer wieder gibt er sich – wie auf dieser Pressekonferenz – sorglos. Ein Angriff der USA sei so gut wie ausgeschlossen und wer es ihm nicht glauben mag, dem zählt er die Gründe auf: die US Truppen hätten bereits im Irak und in Afghanistan alle Hände voll zu tun. Der Iran sei auf einen eventuellen Angriff gut vorbereitet und jede Attacke würde in einem Desaster für den Aggressor enden.

All dies gehört zum psychologischen Kleinkrieg, den Washington und Teheran derzeit bei heftigem Säbelrasseln miteinander austragen. Der Iran will demonstrieren, dass er sich von den verstecken und offenen amerikanischen Drohungen nicht beeinflussen lässt.

Aber Ahmadinejad hat auch sehr persönliche Gründe, so zu tun, als sei alles in Ordnung. Wenn die Beunruhigung in der Bevölkerung wächst, wird auf dem Fuße auch die Frage folgen, ob der Präsident mit seinen scharfmacherischen Tönen nicht erheblich dazu beigetragen hat, dass die Konfrontation immer hitziger wird.

Schon jetzt versucht die Opposition an diesem Punkt anzusetzen. Akbar Hashemi Rafsanjani, Rivale des Präsidenten um die Macht im Lande, hat öffentlich davor gewarnt, die Drohungen seien ernst zu nehmen. Mohammad Qualibaf, Bürgermeister von Tehran und als möglicher Kandidat bei den nächsten Präsidentschaftswahlen gehandelt, verlangte, die Regierung müsse angesichts der immer sensibler werdenden Situation „reifer und intelligenter“ agieren.

Ahmadinejad konterte, seine Kritiker hätten nicht mehr Verstand als eine Ziege.

Im März werden die Iraner zu entscheiden haben, wem sie mehr Verstand zutrauen. Dann wird ein neues Parlament gewählt und die Wahlen gelten als ein wichtiger Stimmungstest. Allzu gut stehen die Chance derzeit für Ahmadinejad nicht, dass er diesen Test bestehen wird – egal wie viele Raketen, U-Boote und andere Wunderwaffen noch gebaut werden.

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