Obama muss noch nachdenken
8. November 2008 - 06:55
Auf seiner ersten Pressekonferenz nach seiner Wahl wurde Barak Obama in der vergangenen Nacht gefragt, was er mit dem Brief anfangen wolle, den ihm der iranische Präsident Mahmoud Ajmadinejad zu seiner Wahl geschickt hat.
“I am aware that the letter was sent,” Obama said in response to the only question of the press conference about foreign policy. “I will be reviewing the letter from President Ahmadinejad and we will respond appropriately.”
“It has only been three days since the election,” he added. “Obviously, how we approach and deal with a country like Iran is not something that we should, you know, simply do in a knee-jerk fashion.
“I think we’ve got to think it through.” (AFP)
Auch auf die Frage, ob er eine konsularische Vertretung in Teheran eröffnen würde, mochte er nicht konkret antworten, sondern er wiederholte seinen grundsätzlichen Standpunkt.
“Let me repeat and state what I stated during the course of the campaign,” he said. “Iran’s development of a nuclear weapon I believe is unacceptable. We have to mount an international effort to prevent that from happening.”
Obama added that “Iran’s support of terrorist organizations, I think, is something that has to cease.”
Ich wäre erstaunt, wenn Obama sich vor seinem aktuellen Amtsantritt am 20. Januar detailliert zu seinen Plänen gegenüber dem Iran äußern würde.
Zum einen dürfte er vorsichtig sein, den Kurs des noch amtierenden Amtsinhabers mit eigenen Plänen zu untergraben, zum zweiten wird er seine eigene Politik nicht im Alleingang verkünden, sondern erst mit anderen wichtigen Partnern in Sachen Iran abstimmen wollen.
Obama hat während des Wahlkampfes immer wieder die Notwendigkeit betont, eine breite diplomatische Koalition aufzubauen. Da wäre es ein schlechter Start, wenn Frankreich, Großbritannien, Russland, China, Deutschland, die Golfstaaten und andere von seinen Absichten auf einer Pressekonferenz erfahren würden.
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