Iran hat gemogelt – und ist stolz darauf

Hassan Rowhani weist alle Anschuldigungen weit von sich. Alles nichts als Lügen und Verdrehungen, oder in seinen eigenen Worten:

“The issue of Western media publishing innuendos and lies is nothing new and they have always used these tools to shape and distort public opinion.” (IRNA)

Die Gerüchte und Lügen, von denen der Vorgänger von Ali Larijani als Sekretär des Nationalen Sicherheitsrates des Iran und Chef-Unterhändler in der Atomfrage spricht, ist zum einen ein Artikel von Karl Vick in der Washington Post am 8. März.

Vick zitiert aus einem Artikel der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift des Zentrums für Strategische Studien, Rahbord, der eine Diskussion zwischen Rowhani und einer Gruppe von Entscheidungsträgern und Akademikern zusammenfasst. Rowhani war im Juli aus seinem Amt ausgeschieden, nachdem er zuvor von den Rechtsaußen für seine Verhandlungsbereitschaft mit dem Westen heftig kritisiert worden war. In dieser Diskussion versuchte er, seine Politik zu verteidigen.

Iran’s government has worked hard in the last year to project public resolve on the nuclear question. By prolonging negotiations with European powers and the IAEA, Iran gave itself “time to work on public opinion,” the government’s former chief negotiator said in newly revealed remarks.

“Technically, in comparison to last year, we are in a better position,” Hassan Rouhani, the former negotiator, said in a speech made to Iranian officials in October that was printed in the current edition of Rahbord, a publication of the Center for Strategic Studies, a government research center.

Rouhani boasted that Iran had quietly completed a uranium conversion plant at Isfahan while negotiations dragged on.

Elaine Sciolino hat den Artikel in Rahbord ebenfalls gelesen und fasst die ihrer Ansicht nach wichtigsten Passagen in einem Artikel in der New York Times am 14. März zusammen:

Iran’s nuclear strategy had been based on keeping the program secret, Mr. Rowhani said, and once that secrecy was shattered, the country became vulnerable to pressure. Iran, he said, had “no choice” except to enter into negotiations with the Europeans and to open its nuclear facilities to inspectors.

Under a November 2004 agreement with the Europeans, Iran pledged to freeze enrichment-related activities as long as the two sides were negotiating a long-term package of incentives for the country.

But in a remarkable admission, Mr. Rowhani suggested in his speech that Iran had used the negotiations with the Europeans to dupe them. He boasted that while negotiations were continuing, Iran managed to master a key stage in the nuclear fuel process — the conversion of uranium yellowcake at its Isfahan plant.

“While we were talking with the Europeans in Tehran, we were installing equipment in parts of the facility in Isfahan, but we still had a long way to go to complete the project,” he said. “In fact, by creating a calm environment, we were able to complete the work on Isfahan.”

Er habe nicht vor, so schimpft Rowhani in dem Interview mit IRNA, auf solche haltlose Behauptungen einzugehen.

“We did not intend to answer such baseless claims because the issue was so transparent and clear that replying to the issue would seem repetitive.”

Allerdings hatten die beiden amerikanischen Zeitungen gar keine Behauptungen aufgestellt, sondern Rowhani nur selbst aus dem Artikel in Rahbord zitiert.

Dessen ungeachtet und ganz gegen seine Absichten unternimmt Rowhani dann doch den Versuch, sich selbst zu wiederlegen.

+ Der Iran habe in der Vergangenheit in allen Phasen der Suspension die IAEA schriftlich informiert und laut der Inspektionen und Berichte der IAEA habe der Iran seine Vereinbarung mit den Europäern voll erfüllt.

“There has not been any contravention of provisions of the signed agreements by Tehran reported.”

+ Der Iran habe die Suspendierung seiner Aktivitäten in Isfahan erst im November 2004 akzeptiert und selbstverständlich habe die Anlage unter der Überwachung der IAEA gestanden. All die freiwilligen Verpflichtungen zur Suspendierung, die der Iran im November 2004 eingegangen sei, habe er auch bis zur Wiederaufnahme des Betriebes in Isfahan erfüllt.

Ich habe schon überzeugendere Wiederlegungen gelesen.

Es bleibt die Frage, welcher Rowhani sagt denn nun die Wahrheit? Der Rowhani, der sich des listigen Schachzuges rühmt, während der Verhandlungen mit den Europäern weiter an der Anlage in Isfahan gebaut zu haben, oder der Rowhani, der behauptet, man habe alle Verpflichtungen gegenüber den Europäern eingehalten?

Fortsetzung folgt.

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