Inspektoren müssen draußen bleiben

In einem recht ausführlichen Artikel beschreiben William J. Broad und Elaine Sciolino heute in der NYT, welche Einschränkungen die Weigerung des Irans, sich an die Regeln des Zusatzprotokolls zu halten, für die Arbeit der IAEA Inspektoren bedeutet.

Dieses Protokoll ist eine Konsequenz aus den Erfahrungen mit dem Irak, als die IAEA feststellen musste, dass Saddam Hussein Ende der 80er Jahre unter ihren Augen aber unbemerkt ein geheimes Atomwaffenprogramm betrieb. Bis dato konnten die Inspektoren nur nach vorheriger Anmeldung offiziell von den jeweiligen Staaten deklarierte Nuklearanlagen besuchen. Mit dem Zusatzprotokoll werden die Möglichkeiten zur Inspektion ausgeweitet. Die IAEA Kontrolleure haben danach die Möglichkeit, kurzfristige jede beliebige nicht-militärische Einrichtung zu überprüfen.

Das Zusatzprotokoll ist eine freiwillige Vereinbarung zwischen der IAEA und dem jeweiligen Mitgliedstaat des Atomwaffensperrvertrages, ist aber inzwischen mit der wachsenden Zahl von Unterzeichnern zum Standard geworden.

Der Iran hat bislang das Protokoll nicht ratifiziert, sich aber als „vertrauensbildende Massnahme” freiwillig dazu verpflichtet, die Bestimmungen einzuhalten. Als Reaktion auf den Beschluss des IAEA Gouverneursrates Anfang Februar, in Zukunft formell den UN Sicherheitsrat über die Schwierigkeiten bei der Aufklärung des iranischen Atomprogramms zu informieren, hat Teheran diese Bereitschaft wieder aufgekündigt.

Now, the agency estimates it can visit only 20 percent of the buildings at Isfahan, the oldest and largest part of Iran’s nuclear program, where, among other things, raw uranium is prepared for enrichment.

At Natanz, inspectors once had the right, on two hours’ notice, to visit any building, and did so dozens of times, diplomats said. Now, they can go only to the few areas where the Iranians are enriching uranium or handling radioactive materials, or preparing to do so.

So the inspectors can no longer enter plants where Iran makes centrifuges and their numerous parts. Iran has said that these factories and warehouses, some at Natanz, will produce 54,000 centrifuges for the cavernous underground enrichment halls.

Damit werden natürlich die Kenntnisse über das iranische Atomprogramm eingeschränkt, was zu gefährlichen Konsequenzen führen kann.

Diplomats and nuclear experts say the diminished view increases the risks of miscalculation, and possibly armed confrontation, just as the atomic impasse with the West is reaching a volatile new stage.

Die vorherige Offenheit bedeutet allerdings nicht, dass Teheran wirklich mit offenen Karten gespielt hätte.

Even on their best behavior, the Iranians could delay and stonewall. They are still refusing to turn over an important Khan document that inspectors have sought for two years.

Sometimes, the excuses bordered on the comical. Keys to a centrifuge hall at the Kalaye Electric Company were lost. The Lavizan-Shian military physics research base, on the outskirts of Tehran, which was recently linked to the discovery of highly enriched uranium, was razed because, City Hall said, it needed the land for a park.

Und dies sind nur einige Beispiele. Es gibt mehr.

Ein wenig befremdlich klingen die Klagen des amerikanischen Geheimdienstes, dass sie nicht mehr wie bisher mit Informationen beliefert werden.

American intelligence officials say the restrictions are particularly significant because their own assessments depend heavily on the agency’s findings. The reasons include the scarcity of human intelligence emerging from Iran, and suspicions about American intelligence after the failures in Iraq.

“To build a public case, we need the international inspectors,” a senior administration official said. “The president knows that he cannot go out and give a speech describing our suspicions, not in this environment.” The official declined to be named because he was not authorized to discuss the matter publicly.

Das klingt weit bescheidender als die von den USA seit Jahren immer mit dem Ton der Gewissheit vorgetragene Behauptung, der Iran baue eine Atombombe.

Vielleicht ist es aber ein wenig viel vom Iran verlangt, den Inspektoren alle Zugänge zu eröffnen, damit Präsident Bush bei der Verfolgung seiner Ziele bessere Argumente zur Hand hat.

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