Gefühlte Unterstützung

Ein Bericht kann in solchen Fällen vielleicht Zufall sein, aber zwei Berichte kurz hintereinander sehen eher wie der Beginn einer Kampagne aus.

Nach der NYT am letzten Sonntag berichtet heute auch die WP von Äußerungen von US Militärs, der Iran unterstütze schiitische Milizen im Irak.

Through proxies, Iran is giving weapons, bomb technology and training to Shiite Muslim militias in Iraq, U.S. military officials said Monday.

“We do know that Shia extremist groups have received training through some sort of third element associated with Iran,” said Maj. Gen. William B. Caldwell, a U.S. military spokesman. “We do know that weapons have been provided.”

Ähnliche Behauptungen gab es in der Vergangenheit immer wieder, aber die konkreten Beweise blieben aus.

Auch diesmal sieht es mit den Belegen eher dünn aus.

“There’s nothing that we definitively have found to say that there are any Iranians operating within the country of Iraq, but rather some clear surrogate elements have been doing this,” he said. “We do believe that some Shiite elements have been in Iran, receiving training. But the degree to which this is known and endorsed by the government of Iran is uncertain.”

… zitiert die WP Caldwell.

Also mehr nur so ein Gefühl?

Mein Gefühl ist, dass nach den Ereignisse in Libanon die USA auf den Geschmack gekommen sind, der Iran als „destabilisierenden Faktor” in der Region darzustellen, um damit zusätzliche Punkte für einen Sanktionsbeschluss im Weltsicherheitsrat zu sammeln.

Generalmajor Caldwell mag freilich mit seinen Gefühlen durchaus richtig liegen. Vieles spricht dafür, dass der Iran im Irak eine zweigleisige Politik betreibt. Zum einen wird ein Interesse an der Stabilität des Landes geäußert und der (schiitischen dominierten) Regierung Unterstützung bei der Herstellung der Sicherheit im Land zugesagt. Auf der anderen Seite werden die Aufständischen und vereinzelte Milizen unterstützt, um eben diese Sicherheit zu verhindern, und damit die US Truppen weiter im Irak zu binden.

„Spricht dafür” ist meine Art auszudrücken, dass es eben nur ein Gefühl ist, aber keine Beweise existieren.

Kommentare

Es ist kein Kommentar vorhanden. Kommentar hinzufügen!

Kommentar schreiben

Alle mit * gekennzeichneten Felder sind erforderlich. Die Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.