Nun mit Volldampf
30. October 2006 - 14:44
Offenbar beflügelt von den Erfolgen mit der zweiten Kaskade, die der Iran in Betrieb genommen hat, will der iranische Außenminister Manouchehr Mottaki nun mit Volldampf voraus.
“I hope that the chain of research activities can be completed in the most rapid way possible,” Foreign Minister Manouchehr Mottaki was quoted as saying Monday by the ISNA agency. (AFP)
Im Westen wird oft darüber spekuliert, ob der Iran mit den gemeldeten Fortschritten in seinem Atomprogramm politischen Zeichen setzen will. Die Inbetriebnahme der zweiten Kaskade wird als Botschaft an den UN Sicherheitsrat gedeutet, dass Teheran sich von der Drohung mit Sanktionen nicht beeindrucken lasse.
Die Wahrheit ist wohl banaler.
Der Iran hat ein grundsätzliches Interesse daran, seine Anlagen zur Urananreicherung so schnell wie möglich fertig zu stellen. Zwei Gründe. Zum einen weil man tatsächlich über die Möglichkeit zur Anreicherung im eigenen Land verfügen will. Man meint es ernst und Natanz wird nicht gebaut, um damit diplomatischen Handel zu treiben.
Sollte es aber tatsächlich doch noch zu ernsthaften Verhandlungen über das Atomprogramm kommen, - der zweite Grund - dann würde der Preis für einen Handel um so höher sein, je weiter das Programm fortgeschritten ist.
So dürften auch die Verzögerungen während des vergangenen Sommers weniger eine Art diplomatisches Stillhalten sein, um die Chancen auf Verhandlungen nicht zu gefährden, sondern es gab schlicht einen Haufen technischer Schwierigkeiten.
Dass der Start der zweiten Kaskade zu einem Zeitpunkt erfolgte in dem gleichzeitig im Weltsicherheitsrat über mögliche Sanktionen diskutiert wird, dürfte Teheran aber sicher nicht völlig unwillkommen gewesen sein.
gepostet von unter Diplomatie, Technologie → Kommentar schreiben