Deutsche Exporte in Iran rückläufig

Die FTD meldet heute, der Wert der deutschen Exporte in den Iran habe in der ersten Hälfte dieses Jahres einen Einbruch erlitten.

Die seit Jahren boomenden deutschen Exporte nach Iran sind 2006 zum ersten Mal eingebrochen. Von Januar bis Juli dieses Jahres sind die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahr um zwölf Prozent zurückgegangen.

Nach Angaben der Deutsch-Iranischen Industrie- und Handelskammer in Teheran wurden Güter im Wert von 2,37 Mrd. Euro gekauft. 2005 waren es noch 2,68 Mrd. Euro.

Für die deutsche Wirtschaft sind die Zahlen ein schwerer Rückschlag. Noch im Vorjahr hatten die Exporte um 24 Prozent zugenommen und insgesamt 4,5 Mrd. Euro erreicht.

Russland meldete jüngst einen ähnlichen Trend.

Ganz ohne Sanktionen durch den Weltsicherheitsrat scheinen sich die zunehmenden Spannungen im Konflikt um das Atomprogramm des Irans bereits in den Wirtschaftsbeziehungen niederzuschlagen.

Ein Grund für den Rückgang der deutschen Exporte mag das nicht gerade investitionsfreundliche Klima im Iran sein. Die Regierung Ahmadinejad betreibt zunehmend eine Wirtschaftspolitik des „Iran first” = größere Aufträge werden ohne internationale Ausschreibungen an iranische Firmen vergeben oder bereits bestehende Kooperation mit ausländischen Firmen werden wieder in Frage gestellt.

Eine Rolle mag auch das Wirken der USA gespielt haben. Das US Finanzministerium übt Druck auf internationale Banken aus, ihre Geschäfte mit dem Iran zu beenden. Die beiden Schweizer Banken UBS und Credit Suisse haben sich bereits zurückgezogen.

Die OECD hat zudem im Mai das Risiko von Irangeschäften im Mai von Kategorie 4 auf 5 gesenkt. Die Finanzierung von Iran-Geschäften wird dadurch teurer.

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