Iran will IAEA mehr Einblick gewähren

In einem etwas überraschenden Zug erklärte sich der Iran gestern bereit, der IAEA Einblick in die Aufzeichnungen der Urananreicherungsanlage in Natanz zu gewähren. Diese Pilotanlage wird zwar bisher schon durch regelmäßige Inspektionen überwacht, aber die Aufzeichnungen würden der IAEA ein besseres Verständnis geben, welche Fortschritte Teheran bei der Montage der dortigen Zentrifugen macht. Zudem kann aus diesen Aufzeichnungen errechnet werden, bis zu welchem Grad Uran in der Anlage angereichert wurde. Bislang hatte der Iran den Inspektoren die Einsicht in diese Unterlagen verweigert.

Zusätzlich will der Iran der IAEA auch die Erlaubnis erteilen, mehr Proben von Anlageteilen zu entnehmen, die aus der ehemaligen militärischen Forschungsstätte in Lavizan stammen. Es besteht der Verdacht, dass dort heimlich Arbeiten zur Urananreicherung durchgeführt wurden. Bevor die IAEA Zugang zu Lavizan erhielt, wurde die Einrichtung abgerissen und an ihrer Stelle ein Sportplatz gebaut.

Dennoch gelang es den Inspektoren, Ausrüstungsteile aus Lavizan aufzuspüren und fand an ihnen Spuren hochangereicherten Urans. Teheran argumentierte, diese Spuren seien auf harmlose Versuche in einer Universität zurück zu führen. Diese Erklärung hält die IAEA nicht für befriedigend und forderte die Möglichkeit, weitere Proben an anderen Ausrüstungsgegenständen aus Lavizan durchführen zu können. Monatelang reagierte Teheran darauf nicht, erteilt aber nun die Erlaubnis.

Both moves were described as “important steps” by IAEA chief Mohamed ElBaradei, who announced Tehran’s offer. (AP)

Dies ist das erste Mal seit Monaten, dass der Iran seine Bereitschaft zeigt, bei der Aufklärung der noch offenen Fragen zu der Geschichte seines Atomprogramms mitzuwirken sowie den Inspektoren einen verbesserten Zugang zu gewähren.

Verblüffend ist, dass Teheran für dieses Entgegenkommen keine Gegenleistung verlangt hat.

Um die Ablehnung des Antrags auf IAEA Unterstützung beim Bau des Schwerwasserreaktors in Arak noch zu verhindern, kommt dieser Schritt zu spät.

Es ist eher anzunehmen, dass Teheran unter russischem Druck eingesehen hat, dass eine Verweigerung der Kooperation mit der IAEA nicht dazu beiträgt, die Positionen derjenigen zu stärken, die gegen Sanktionen und für die Wiederaufnahme von Verhandlungen mit dem Iran eintreten.

Mit den beiden nun gewährten Zugeständnissen sind erst zwei, aber bei weitem noch nicht alle IAEA Forderungen erfüllt. ElBaradei nannte die iranische Entscheidung „Schritte in die richtige Richtung”. Mehr sei notwendig, um die geforderte Transparenz des iranischen Atomprogramms herzustellen.

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