Kaum Fortschritte in Natanz

George Jahn berichtet heute für AP, der Iran mache bei dem Bau seiner Anreicherungsanlage in Natanz keine Fortschritte.

IAEA inspectors arrived at Natanz on Wednesday for a routine round of monitoring. But one of the diplomats said they were unlikely to find anything but the status quo — two small pilot plants assembled in 164-centrifuge “cascades” but working only sporadically to produce small quantities of non-weapons grade enriched uranium and other individual centrifuges undergoing mechanical testing. That has essentially been the situation at Natanz since late November, he said.

Das ist in der Tat eine Überraschung. Zum einen hat der Iran ein massives Interesse daran, so schnell wie möglich durch die Installation weiterer Kaskaden in Natanz Fakten zu schaffen und seinem Ziel einer industriellen Anreicherung näher zu kommen. Zum zweiten hatte Teheran in den letzten Wochen immer wieder angekündigt (zuletzt als Reaktion auf die Sanktions-Resolution des Sicherheitsrates), mit der Installation von 3.000 Zentrifugen zu beginnen. Präsident Ahmadinejad hatte sogar bereits für die zweite Februarhälfte eine „nukleare Siegesfeier” angekündigt.

Diplomats accredited or otherwise linked to the Vienna-based IAEA, speaking on condition of anonymity in exchange for discussing restricted information on the Iranian program, said some intelligence services believed that the Natanz site was a front.

While the world’s attention is focused on Natanz, Iranian scientists and military personnel could be working on a secret enrichment program at one or more unknown sites that are much more advanced than what is going on at the declared site, they said.

Das wäre eine Erklärung.

Jahn zitiert ungenannte Diplomaten mit einer anderen:

The diplomats said they could suggest Iranian hesitancy to provoke U.N. Security Council sanctions harsher than the relatively mild penalties agreed last month in response to Tehran’s refusal to heed an August deadline to suspend enrichment. Or, they said, the hesitation is a sign of headway by relative moderates in the leadership unhappy with the confrontational nuclear antics of Iranian President Mahmoud Ahmadinejad.

Das erscheint mir wenig wahrscheinlich. Die iranische Führung lässt nicht nach, immer wieder zu betonen, sie lasse sich in ihrem Atomprogramm durch nichts abbringen und müsste dafür eigentlich nun auch Ergebnisse präsentieren können. Zudem sind solche Entscheidungen keine Frage von Ahmadinejad versus „relativ Moderaten”, sondern werden kollektiv getroffen.

Ich wäre nicht überrascht, wenn der Iran tatsächlich noch eine weitere Anreicherungsanlage aus dem Hut zaubern würde. So war es bereits überraschend, dass es den iranischen Experten nach wochenlangen Schwierigkeiten plötzlich gelang, eine zweite Kaskade zu bauen. Die Umstände damals wiesen schon darauf hin, dass offensichtlich noch an einem anderen, den IAEA Inspektoren nicht bekannten Ort an der Perfektion der Zentrifugentechnologie gearbeitet wird.

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