Revolutionsführer Ayatollah Ali Khamene-i setzte heute enge Grenzen für die geplanten Gespräche zwischen dem Iran und den USA.
“(These) negotiations (on Iraq) are only about the duty of the occupier regarding the security of Iraq.” (Reuters)
Und auch mit diesem Thema hat Khamene-i nicht unbedingt eine vertrauensvolle Zusammenarbeit im Sinn.
Noting the topic of talks between Iran and the US over Iraq, he reminded, “Owing to the fact that the United States, as an occupying state, is not fulfilling its duties for establishing security in Iraq, prevents the Iraqi government from making any action, strives to topple the Iraqi government and supports the terrorists, the (Iranian) ministry of foreign affairs, upon the Iraqi government’s request, decided to remind the United States of its responsibilities and duties in relation to the establishment of security in Iraq and say the last words to the Americans through face-to-face talks.” (Fars News)
Der Iran bleibe dabei, Teheran werde über anderweitige Fragen und erst recht nicht über die bilateralen Beziehungen zwischen beiden Staaten so lange nicht mit Washington verhandeln wie die USA ihr Verhalten nicht grundsätzlich geändert hätten.
“Those who imagine that the Islamic Republic of Iran would change its consolidated, logical and definitely defendable policy of abstinence from negotiations and relations with the United States are in deep mistake,” he added.
“How could we attend talks with the United States’ arrogant, bullying, expansionist and colonialist government, specially when arrogant and impolite statesmen are in charge (of the US administration),” Ayatollah Khamenei continued.
Khamene-i ist der Mann im Iran, der in Fragen der Außenpolitik das letzte Wort hat, aber Zweifel sind angebracht, ob diese Äußerungen wirklich so zu verstehen sind, wie sie sich lesen. Der Iran hat wenig Interesse daran, die USA dabei zu unterstützen, ihre Kontrolle über den Irak zu festigen, aber die Mühe, sich an einen Tisch zu setzen, um dem „arroganten” Gegenüber mal gehörig die Leviten zu lesen, kann sich auch Teheran sparen. Natürlich wird man sich um eine Kooperation bemühen – im eigenen Interesse, um den völligen Kollaps des Nachbarlandes zu vermeiden. Teheran hätte die amerikanische Offerte zu Gesprächen auch nicht angenommen, wenn man sich nicht auch Vorteile und den vorsichtigen Auftakt für einen Dialog davon versprechen würde. In der Vergangenheit hat man beispielsweise im Fall Afghanistan eine begrenzte Zusammenarbeit praktiziert.
Direkte Kontakte mit den USA rühren aber immer noch an einem fest sitzenden Tabu. Es ist noch nicht lange her, da konnte man ins Gefängnis geworfen werden, wenn man sich öffentlich für eine Verständigung aussprach. Die kompromisslose Gegnerschaft zu den USA gehört zu den ideologischen Stützpfeilern der islamischen Republik.
Die behutsame Revision dieses Standpunktes führt deshalb in den konservativen Kreisen zu einer starken Verunsicherung. Die „Hüter der Revolution” laufen Sturm. Die Zeitung Kayhan, eines ihrer Sprachrohre, läuft Sturm gegen jede Form der Annäherung mit Washington.
Khamene-is Rede ist zum einen als Konzession an diese Kreise gedacht und soll die Gemüter beruhigen. Der Revolutionsführer versichert, kein Grund zur Panik. Was dann tatsächlich am Verhandlungstisch passiert, steht auf einem anderen Blatt. Es wird außerhalb der Öffentlichkeit miteinander geredet.
Das iranische Regime hat allerdings noch ein anderes Problem. Die ersten direkten öffentlichen Kontakte mit den USA könnten eine Büchse der Pandora öffnen. Wenn man sich in Bagdad an einen Tisch setzen kann, warum sind dann nicht auch andere Dinge möglich? Eine kleine Gruppe von Parlamentsabgeordneten hat sich bereits für direkte Kontakte mit Mitgliedern des US Kongress ausgesprochen.
Die dicke Mauer, mit der sich der Iran von den USA abgegrenzt (wie geschützt) hat, bekommt Löcher. Hier will Khamene-i einen Riegel vorschieben: so weit und nicht weiter.
Der Revolutionsführer ist ein sehr vorsichtiger Mann, der sich mit dem Status Quo am wohlsten fühlt. Veränderungen gefährden die (labile) Stabilität des Regimes. Direkte Kontakte mit den USA und eine Normalisierung der Beziehungen sind im Interesse des Irans. Das weiß auch Khamene-i. Er möchte aber Verhindern, dass das Boot ins Schwanken gerät.