Diplomatie
George W. Bush, so der US Präsident in einem Interview mit Al-Arabiya, hat derzeit nicht die Absicht, den Iran anzugreifen.
Bush brushed off as “gossip” reports in the Arab press that he has issued orders to senior U.S. military officials to prepare for an attack on Iran at the end of January or in February.
“I would call that empty propaganda,” Bush said. “Evidently, there’s a lot of gossip in the parts of the country _ world that try to scare people about me personally or my country or what we stand for. And that kind of gossip is just what it is. It’s gossip. It’s baseless gossip.” (AP)
Fein. Und gut vom Chef im Weißen Haus dies direkt zu erfahren.
Bush wiederholte seine Versicherung, er wolle versuchen, den Konflikt um das iranische Nuklearprogramm mit diplomatischen Mitteln zu lösen.
I, of course, said all options are on the table, but I made a pledge to the American people we will work diplomatically to solve the problem. (Transkript)
Auch das ist gut, nur …. was genau meint er mit „work diplomatically“?
[T]hat’s why you see us at the United Nations working with the EU countries, and China and Russia, to send that clear message; and that we’re going to continue to impose sanctions and make it harder for the Iranian government to operate in the world until they change their mind, until they come to a new way forward. I have said that if they suspend their nuclear program we will be at the table. But they have so far refused to do that.
Es ist nicht so einfach zu definieren, was Diplomatie genau ist, aber irgendwie setzt es doch Verhandlungen mit der Gegenseite und die Bereitschaft zum Kompromiss voraus.
Gemeinsame Front mit der EU, China und Russland und die Verhängung von Sanktionen sind bei einiger Großzügigkeit vielleicht diplomatische Schachzüge, aber sie sind nicht der Kern dessen, was Diplomatie ausmacht.
Nur widerstrebend haben sich die USA darauf eingelassen, direkte Gespräche zwischen der EU und Teheran zu unterstützen. Sie scheiterten schließlich daran, dass die Europäer nicht in der Lage waren, die Garantien (Sicherheit) zu liefern, an denen die Iraner interessiert waren. Solana redet zwar auch mit Rückendeckung Washingtons mit Larijani, wird aber argwöhnisch von Washington dabei beobachtet.
Der einzige direkte Kontakt, der zwischen den USA und dem Iran bestehet, sind die Gespräche in Bagdad über die Situation im Irak, die aber bislang nicht weit über gegenseitige Beschuldigungen hinaus gekommen sind.
Außer der Forderung, erst müsste Teheran die Urananreicherung einstellen, dann würde man mit ihnen reden (worüber die USA zu verhandeln bereit sind, bleibt bislang ihr wohlgehütetes Geheimnis) gibt es keinen konstruktiven amerikanischen Beitrag zu einer diplomatischen Lösung.
Bin ich zu anspruchsvoll, wenn ich mir unter Diplomatie in diesem Fall etwas mehr vorstelle?
gepostet am 6. October 2007 um 08:39 von unter Diplomatie, Militärische Optionen, USA, George W. Bush. Alle Kommentare können über den RSS 2.0 feed verfolgt werden.
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