Vorschlag zur “Entschärfung”
Flynt Leverett war zu Beginn der Amtszeit von George W Bush Leiter der Abteilung Mittlerer Ostes im Nationalen Sicherheitsrat der USA. Nach seinem Ausscheiden entwickelte er sich mehr und mehr zu einem Kritiker der Weigerung der Bush Regierung, direkte Verhandlungen aufzunehmen. Er war Mittelpunkt eines kleineren Eklats, als ihm im Dezember letzten Jahres nach der für ehemalige Regierungsmitglieder üblichen Sicherheitsprüfung die Genehmigung verweigert wurde, einen Kommentar zu eben diesem Thema in der NYT zu veröffentlichen.
Nun meldet er sich gemeinsam mit seiner Frau nach Veröffentlichung des NIE mit einem neuen Kommentar zu Wort, in dem u.a. zu lesen ist.
Since Ayatollah Ruhollah Khomenei’s death in 1989, United States policy toward Iran has not served American interests. Neither continuing to disregard legitimate Iranian interests nor timid incrementalism will improve the situation.
Leverett / Leverett versuchen einen Weg zu skizzieren, wie man die gegenwärtige Konfrontation „entschärfen“ und wie die USA ernsthaft mit dem Iran ins Gespräch kommen könnten.
Erster Schritt auf der amerikanischen Seite:
First, as part of an understanding addressing all issues of concern to the two parties, Washington would promise that it would not use force to change Iran’s borders or form of government. (This would be a big shift: before the Bush administration signed on to a European-drafted incentives “package” for multilateral negotiations over Iran’s nuclear activities last spring, it insisted that all language addressing Iran’s security interests be removed.)
Damit würde Washington auf die Sicherheitsinteressen des Irans eingehen, die – auch nach meiner Auffassung – in Teheran an erster Stelle stehen.
Zweiter Stufe aus US Sicht:
Next, assuming that American concerns about Iran’s nuclear activities, provision of military equipment and training to terrorist organizations, and opposition to a negotiated Arab-Israeli settlement were satisfactorily addressed, Washington would also pledge to end unilateral sanctions against Iran, re-establish diplomatic relations and terminate Tehran’s designation as a state sponsor of terrorism.
Im Gegenzug sollte der Iran …
It would first have to carry out measures — negotiated with the United States, other major powers and the International Atomic Energy Agency — definitively addressing the proliferation risks posed by its nuclear activities. This would include disclosing all information relating to its atomic program, past and present, now being sought by the atomic energy agency, and agreeing to an intrusive inspections regime of any fuel cycle activities on Iranian soil.
Und dann …
Tehran would also have to issue a statement supporting a just and lasting settlement to the Arab-Israeli conflict based on current United Nations Security Council resolutions.
Schließlich:
Iran would also have to pledge to stop providing military supplies and training to terrorist organizations and to support the transformation of Hamas and Hezbollah into exclusively political and social-welfare organizations.
Klingt wie ein fairer Ausgleich, der den Interessen beider Seiten gerecht wird.
Sicher ließe sich solch eine Vereinbarung nicht in zwei, drei Gesprächsrunden an einem Verhandlungstisch in einem schattigen Ferienort erzielen, sondern es ist ein Prozess, in dem beide Seiten immer wieder Versuchen werden, die Balance zu ihrem Vorteil zu verändern, ihre eigenen eingefahrenen Positionen überdenken und Risiken neu abschätzen müssen.
Aber es ist eine Perspektive.
gepostet am 11. December 2007 um 07:16 von unter Diplomatie. Alle Kommentare können über den RSS 2.0 feed verfolgt werden.
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