Hat und könnte

Der Chef der amerikanischen Geheimdienste, Admiral Michael McCornell, sah gestern Anlass, die veröffentlichten Ergebnisse des National Intelligence Estimate zum Iran zu korrigieren, resp. die gängige Interpretation des unter seiner Leitung verfassten Dokuments ein wenig zurecht zu rücken.

Admiral Michael McConnell, director of national intelligence, said the November national intelligence estimate had concluded that Tehran had ceased only efforts to covertly enrich uranium and design nuclear warheads. “The only thing that they’ve halted was nuclear weapons design, which is probably the least significant part of the programme,” he told the Senate intelligence committee.

Adm McConnell said Iran continued to develop uranium enrichment technology and longer-range ballistic missiles. (FT)

Nach meinem Geschmack ist es schon etwas mehr als „nur“, wenn der Iran die Entwicklung eine nuklearen Sprengkopfes sowie die Anreicherung von waffenfähigem Uran eingestellt hat (sollte es diese Programme jemals gegeben haben). Ohne Sprengkopf und ohne hochangereichertes Material keine Bombe.

Teheran vorzuwerfen, es arbeite weiterhin an der Anreicherungstechnologie, ist nicht ganz billig. Dies allein ist kein Nachweis für ein militärisches Programm, sondern Anreicherung ist auch ein wichtiges Element einer zivilen Nutzung.

Offensichtlich tun sich die Herren der US Geheimdienste schwer, ihre Botschaft so zu formulieren, dass sie glaubwürdig klingt. Der Iran entwickelt eine Technologie die auch für militärische Zwecke genutzt werden könnte. Das ist und bleibt ein Punkt, der Anlass zur Sorge ist.

Aber könnte ist nicht hat.

Es ist nicht nur eine Frage, ob man korrekt Informationen präsentiert, sondern könnte schließt immer noch die Möglichkeit ein, dass sich die iranische Führung nicht für ein militärisches Programm entscheidet. Das bietet Spielraum, Einfluss auf die Entscheidung auszuüben.

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