US geben Geheimdienstinformationen an IAEA
Die USA haben sich entschlossen, der IAEA Informationen über ein angebliches iranisches Programm zum Bau einer Atombombe an die IAEA auszuhändigen.
The U.S. has shared new intelligence with the International Atomic Energy Agency that it claims is evidence Iran was trying to make a nuclear weapon, diplomats said Thursday.
One of the diplomats said Washington also gave the IAEA permission to confront Iran with at least some of the information in an attempt to pry details out of the Islamic republic as part of the U.N. nuclear watchdog’s attempts to investigate Iran’s suspicious nuclear past. (AP)
Bisher hatte Washington diese Informationen mit der Begründung zurück gehalten, es wolle seine geheimdienstlichen Quellen nicht gefährden.
ES gehört zu den Verfahrensweisen der IAEA, auch dem Iran diese Unterlagen vorzulegen, um Teheran die Möglichkeit zu geben, sich zu den Vorwürfen zu äußern sowie das „Beweismaterial“ zu prüfen.
Die US Geheimdienste haben auch in der Vergangenheit immer mal wieder Informationen - nicht nur im Fall Iran – weiter gegeben, dabei sich aber immer eine Auswahl vorbehalten.
Der Zeitpunkt der jüngsten Weitergabe ist sicher nicht zufällig. IAEA Generaldirektor ElBaradei arbeitet an der Fertigstellung eines Berichtes, der die Ergebnisse der Gespräche mit dem Iran zu den noch unaufgeklärten Fragen zusammenfassen wird. Sollte dieser Report – und viele Anzeichen sprechen dafür – zu dem Ergebnis kommen, die IAEA habe keine Hinweise auf ein militärisches Nuklearprogramm gefunden, wäre dies für die USA, Frankreich und Großbritannien mit ihren Bemühungen, den Iran wegen seiner „Gefährdung des Weltfriedens“ mit Sanktionen zur Aufgabe seines Urananreicherungsprogramms zu zwingen, ein herber Rückschlag.
Eine Reihe von Mitgliedern haben bereits darauf gedrängt, erst einmal diesen Bericht abzuwarten, bevor sie neuen Sanktionen, wie sie derzeit diskutiert werden, zuzustimmen.
Es würde sogar in Frage gestellt, ob eine „Gefährdung des Weltfriedens“ überhaupt vorliegt, wenn dem Iran nicht zu beweisen ist, dass er eine Atombombe baut, und ob deshalb der Weltsicherheitsrat das geeignete Forum ist, sich mit dieser Frage zu beschäftigen. Der Gouverneursrat der IAEA hatte die Angelegenheit am 4. Februar 2006 an den Sicherheitsrat überstellt, weil sich der Iran weigerte, Antworten auf die offenen Fragen zu geben. Liegen zufriedenstellende Antworten jetzt vor, dann hätte sich die Angelegenheit geklärt.
Mit den neuen Unterlagen, will Washington dies offensichtlich verhindern.
Ob sich die US Geheimdienste damit einen großen Gefallen tun, denn das Ganze riecht doch – unabhängig wie stichhaltig die Beweise sind – sehr nach einem politischen Manöver.
Aber nun gut. Die Experten der IAEA werden die neuen Dokumente prüfen und danach ihr Urteil abgegeben, ob auch sie wie der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak oder der französische Verteidigungsminister Herve Morin der Auffassungen sind, der Iran bastele an einer Bombe oder habe es – wie der NIE behauptet – dies zumindest bis 1994 getan.
In der NYT schreiben David E. Sanger und Elaine Sciolino heute, bei den neuen Informationen handelt es sich um einiges Material aus einem Laptop Computer, der 2003 vermutlich via BND in die Hände der CIA geraten ist.
According to American and foreign officials interviewed about the contents of the laptop, the information found there included descriptions of the so-called Green Salt Project. That project, which involved uranium processing, high explosives and a missile warhead design, demonstrated what the agency suspected were links between Iran’s military and its ostensibly peaceful nuclear program. If that evidence were substantiated, it would undercut Iran’s claims that its program is aimed solely at producing electrical power.
The documents on the laptop described two programs, termed L-101 and L-102 by the Iranians, describing designs and computer simulations that appeared to be related to weapons work.
Über diesen Laptop und seinen Inhalt ist schon einiges geschrieben worden. Der informativste Artikel ist vielleicht von Dafna Linzer vom 8. Februar 2006 in der WP.
[Die Informationen; ME] were on the laptop allegedly stolen from an Iranian whom German intelligence tried, unsuccessfully, to recruit as an informant. It was whisked out of the country by another Iranian who offered it up to foreign intelligence officials in Turkey as evidence of a nuclear weapons program. Nowhere on any of the laptop documents, however, does the word “nuclear” appear. (WP)
Über die Frage, ob die Informationen auf diesem Laptop auch authentisch sind, herrschen unter den Geheimdiensten unterschiedliche Auffassungen.
U.S. intelligence considers the laptop documents authentic but cannot prove it. Analysts cannot completely rule out the possibility that internal opponents of the Iranian leadership could have forged them to implicate the government, or that the documents were planted by Tehran itself to convince the West that its program remains at an immature stage.
CIA analysts, some of whom had been involved only a year earlier on the flawed assessments of Iraq’s weapons programs, initially speculated that a third country, such as Israel, may have fabricated the evidence. But they eventually discounted that theory.
British intelligence, asked for a second opinion, concurred last year that the documents appear authentic. German and French officials consider the information troubling, sources said, but Russian experts have dismissed it as inconclusive. IAEA inspectors, who were highly skeptical of U.S. intelligence on Iraq, have begun to pursue aspects of the laptop information that appear to bolster previous leads.
“There is always a chance this could be the biggest scam perpetrated on U.S. intelligence,” one U.S. source acknowledged. “But it’s such a large body of documents and such strong indications of nuclear weapons intent, and nothing seems so inconsistent.”
IAEA Inspekteure haben bereits in der Vergangenheit einige der Dokumente aus dem Computer sehen können, waren aber nicht davon überzeugt, dass es sich hier um stichhaltige Beweise für ein militärisches Atomprogramm handelt.
Dennoch sind einige der Punkte wie das Green Salt Projekt in den Arbeitsplan aufgenommen worden, dass die IAEA im August letzten Jahres mit dem Iran vereinbarte.
gepostet am 15. February 2008 um 08:25 von unter Technologie, Atomenergiebehörde, USA. Alle Kommentare können über den RSS 2.0 feed verfolgt werden.
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