Merkel verlangt Unschuldsbeweis
19. March 2008 - 07:01
Bundeskanzlerin Angela Merkel ist in Israel und laut LAT war man auf israelischer Seite weniger an dem interessiert, was sie zur “Schande” des Nationalsozialismus zu sagen hatte, sondern mehr an ihren Äußerungen zum Thema Iran.
Israeli leaders were more attentive to Merkel’s remarks on Iran, whose president has called for Israel’s destruction. They have been urging Germany to take the lead in diplomatic efforts to prevent Iran from developing nuclear weapons. Parliament speaker Dalia Itzik put it bluntly, urging the chancellor to “remove this death sentence from the world.” (LAT)
Merkel wusste, was von ihr erwartet wurde.
“It is not up to the world to prove that Iran is pursuing a nuclear bomb, but rather up to Iran to prove that it is not,” she said. “If Iran does not accept this, Germany will push for further sanctions.
“If Iran were to obtain nuclear weapons, it would have disastrous consequences. We have to prevent this.”
Früher hieß die Formulierung einmal, es liege am Iran, das Vertrauen in den friedlichen Charakter seines Atomprogramms herzustellen. Nun soll Teheran seine Unschuld beweisen, was a. eigentlich nicht die Norm ist, wenn man einen anderen Staat beschuldigt, b. die Angelegenheit nicht in einem Gerichtssaal verhandelt wird, wo u.a. Regeln gelten, nach denen auch Anklagen eine gewisse Stichhaltigkeit besitzen müssen. Die Kontroverse mit dem Iran ist in erster Linie politischer Natur, und da erhebt beide Seite die Vorwürfe, die ihr am besten geeignet erscheinen, den eigenen Zwecken zu dienen.
Merkel verzichtete zwar auf kritische Töne zur Politik Israels gegenüber den Palästinensern, nicht aber auf einen Treuschwur auf Israels Sicherheit.
“This historic responsibility is part of my country’s fundamental policy,” Merkel declared in a speech delivered in German to a special session of the Israeli parliament. “It means that for me, as a German chancellor, Israel’s security is nonnegotiable.”
Bekenntnis zur Sicherheit Israels ist eine Sache, aber sicher nicht als Blankoscheck. Die Demonstration einer wirklich ernsthaften Bereitschaft, eine konstruktive Lösung mit den Palästinensern zu finden, würde sehr zum Abbau der Spannungen in der Region beitragen und auch den Iran dazu zwingen, entweder mit seinem aggressiven Kurs gegenüber Israel zurück zu stecken oder Gefahr zu laufen, in der Region isoliert zu werden.
Die Aufnahme von Gesprächen über eine Atomwaffen freie Zone in Mittleren Osten wäre sicher auch ein lohnenswertes Thema gewesen, das dazu beitragen könnte, auch den Konflikt mit dem Iran ein wenig zu entschärfen und auch gegenüber Teheran als glaubwürdiger Verhandlungspartner auftreten zu können.
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