Russland fühlt vor

28. April 2008 - 08:56

Bevor sich am kommenden Freitag die P5 + Deutschland in London treffen werden, um einen nachgebessertes Verhandlungsangebot zu erarbeiten, mit dem der Iran zum Verzicht auf eine eigene Urananreicherung bewegt werden kann, ist der Sekretär des Nationalen russischen Sicherheitsrates, Walentin Sobolew schon mal nach Teheran gefahren, um die dortige Stimmungslage zu testen.

Das Ergebnis ist nicht bekannt geworden, aber Russland ist sehr darum bemüht, die Gespräche zwischen den beiden Seite wieder in Gang zu bringen, um eine Eskalation zu vermeiden.

Immerhin kündigte der Sekretär des Nationalen Sicherheitsrates des Irans, Saeed Jalili, im Anschluss einen eigenen Plan an.

Iranian Supreme National Security Council Secretary Said Jalili said after meeting with Sobolev that Iran will reveal details of the plan later, but he said it could provide a “good subject for discussion” with the 5+1 powers — the five permanent members of the UN Security Council and Germany, which have led efforts to coerce Iran to curb and clarify its nuclear activities. Jalili said Iran is ready to talk and has “serious proposals” intended to minimize “threats” surrounding the nuclear issue. (RFE/RL)

Das Wort “Drohungen” deutet darauf hin, dass Jalili wohl einen Katalog von Massnahmen im Sinn hat, mit dem eine bessere internationale Kontrolle des iranischen Nuklearprogramms gewährleistet wäre.

Offensicht kommt man sich zwar (noch?) nicht näher, aber beide Seiten bewegen sich wieder.

Iran bereit, Antworten zu geben

23. April 2008 - 23:16

Der Iran und die IAEA haben sich während des zweitägigen Aufenthaltes von Olli Heinonen in Teheran auf ein Verfahren geeinigt, nach dam Teheran bereit ist, an der Aufklärung des letzten offiziell noch offenen Fragen zu seinem Atomprogramm mitzuarbeiten.

Iran has agreed to answer intelligence allegations that it studied how to design nuclear bombs, the chief of the U.N. nuclear watchdog said on Wednesday. (Reuters)

Es geht um die Dokumente, die auf einem Laptop Computer gefunden wurden, der aus dem Iran herausgeschmuggelt sein soll und die Hinweise darauf geben, dass Teheran Studien zum Bau von Atomwaffen betrieben haben soll.

Dies ist der letzte noch ungeklärte Komplex in der Untersuchung des iranischen Nuklearprogramms durch die IAEA. Andere Fragen sind vom November letzten bis zum Beginn dieses Jahres mehr oder weniger zur Zufriedenheit der IAEA vom Iran beantwortet worden.

“(This agreement) is a certain milestone and hopefully by the end of May we’ll be in position to get the explanation and clarification from Iran as to these alleged studies,” IAEA Director-General ElBaradei said.

“This, in my view, is a positive step,” he told reporters during a visit to the Bosnian capital Sarajevo.

Nicht nur ein “positiver Schritt”, sondern wohl auch ein Hinweis darauf, dass man in Teheran sehr zuversichtig ist, den Beweis führen zu können, dass diese Dokumente eine „Fälschung“ seien. Anderenfalls gäbe es für den Iran kaum einen Anreiz und auch keine Not zu kooperieren.

Wie, wann und wo nun die Aufklärung betrieben werden soll, ist bislang nicht bekannt gegeben worden.

ElBaradei wird Ende Mai seinen nächsten turnusmässigen Bericht zum Iran vorlegen.

Iran: Gespräche mit Heinonen “positiv”

22. April 2008 - 23:00

Nach Ende der zweitägigen Gespräche mit IAEA Vertreter Olli Heinonen, gab der Iran heute ein positives Rauchsignal.

“The talks with (Olli) Heinonen were positive,” a senior Iranian nuclear official, who asked not to be named, told Reuters. He did not say what was discussed. (Reuters)

Nun, diskutiert wurde ein Verfahren, unter dem Teheran bereit wäre, aktiv an der Aufklärung der Frage mitzuarbeiten, was denn nun an den auf einem ominösen Laptop gefundenen „angeblichen Studien“ zur Entwicklung von Atomwaffen dran ist.

Bislang hat Teheran diese Dokumente als „Fabrikationen“ zurückgewiesen, aber die IAEA drängt darauf, dass Teheran zu einzelnen Punkten Stellung nimmt.

Heinonen wollten bei seiner Abfahrt nichts dazu sagen, wie denn die Gespräche gelaufen sind, sondern sich erst nach seiner Rückkehr nach Wien äussern.

AlQaida und der Iran

- 21:58

Gern und immer wieder werden Verbindungen zwischen Bin Ladens AlQaida und dem Iran behauptet. So furchtbar innig scheinen diese Beziehungen allerdings nicht zu sein.

Osama bin Laden’s chief deputy in an audiotape Tuesday accused Shiite Iran of trying to discredit the Sunni al-Qaida terror network by spreading the conspiracy theory that Israel was behind the Sept. 11 attacks. (AP1)

“Diskreditieren” mag vielleicht eine etwas milde Formulierung sein.

Al-Zawahri accused Hezbollah’s Al-Manar television of starting the rumor.

“The purpose of this lie is clear — (to suggest) that there are no heroes among the Sunnis who can hurt America as no else did in history. Iranian media snapped up this lie and repeated it,” he said.

“Iran’s aim here is also clear — to cover up its involvement with America in invading the homes of Muslims in Afghanistan and Iraq,” he said.

Iran cooperated with the United States in the 2001 U.S. assault on Afghanistan that toppled al-Qaida’s allies, the Taliban.

Verständlich, dass Al-Zawahri säuerlich wird, wenn der größte „Erfolg“ seines Netzwerkes in Frage gestellt wird. Aber die Verstimmung sitzt noch weit tiefer.

Answering questions about Iraq in Tuesday’s tape, al-Zawahri said the insurgent umbrella group led by al-Qaida, called the Islamic State of Iraq, is “the primary force opposing the Crusaders and challenging Iranian ambitions” in Iraq, he said, referring to the Americans.

As he often does in his messages, al-Zawahri denounced the “Crusader invasion” of Iraq, but in Tuesday’s tape he paired it with a mention of “Iranian complicity” or “Iranian agents.”

Die Feindseligkeiten gehen so tief, dass füreine Zeit lang AlQaida Iraq zur Tötung aller Schiiten aufrief, da sie nach ihrer Auffassung des rechten Pfad des Glaubens verlassen hätten.

In einem zweiten Stück versucht AP politisch einzuordnen, warum Al-Zawahri nun schon zum zweiten Mal seine Kritik am politischen Kurs des Irans äussert.

The increasing enmity toward Iran is a notable change of rhetoric from al-Zawahri, who in the past rarely mentioned the country — apparently in a hopes he would be able to forge some sort of understanding with Tehran based on their common rivalry with the United States. Iran has long sought to distance itself from al-Qaida.

“Al-Zawahri wanted to work with Iran, but he’s deeply disappointed that Iran has not cooperated with al-Qaida,” said Rohan Gunaratna, a terrorism expert and author of “Inside al-Qaida: The Global Network of Terror.”

So now, al-Zawahri “wants to appeal to the anti-Shiite, anti-Iran sentiments in the Arab and Muslim world,” said Gunaratna, head of the International Center for Political Violence and Terrorism Research in Singapore. (AP2)

Ich würde nicht behaupten, dass Al-Zawahri eine besonders präzise Vorstellung von den Realitäten dieser Welt besitzt, aber zu spekulieren, AlQaida habe versucht, mit dem Iran zusammen zu arbeiten, bedeutet, ihn als einen kompletten Illusionist anzusehen. Die gegenseitige Feindschaft ist nicht neu, sondern hat weit zurück reichende religiöse wie politische Wurzeln. Neu ist nur, dass Al-Zawahri nun seiner Verärgerung über die iranische Führung in aller Öffentlichkeit äussert.

IAEA versucht iranische Kooperation zu den “angeblichen Studien” erreichen

21. April 2008 - 23:58

Olli Heinonen, bei der IAEA für Sicherheitsmassnahmen zuständig, hat gestern in Teheran den ersten von zwei geplanten Tagen mit der iranischen Seite über einen Weg verhandelt, wie die berühmten Studien, die auf ainem Laptop Computer gefunden wurden, verifiziert werden können.

Iran’s official IRNA news agency said Olli Heinonen, who arrived in Tehran on Monday, met Javad Vaeedi, deputy head of the Islamic Republic’s Supreme National Security Council, behind closed doors.

Monday’s discussions lasted for about three hours and will resume on Tuesday, the ISNA news agency said. IRNA said Heinonen would leave Tehran on Wednesday after two days of meetings and did not plan to visit any of Iran’s nuclear facilities. (Reuters via NYT)

Die iranische Seite hält sich zu dem Thema ein wenig bedeckt,weil nach offizieller Lesart der Themenkomplex “offene Fragen aus der Vergangenheit” abgeschlossen ist und Teheran sich nicht in eine neue Diskussion mit ungewissem Ausgang verwickeln lassen will.

Aber dennoch scheint der Iran grundsätzlich bereit zu sein, an einer Aufklärung mitzuarbeiten.

An Iranian official quoted by IRNA said Tehran had presented its “evaluation” of the issue to the U.N. agency but did not rule out discussing the matter with Heinonen.

“Since there are differences between Iran and the agency (over the Western intelligence) the meeting … will deal with finding a solution to this problem,” ISNA quoted an official from Iran’s Atomic Energy Organisation as saying.