Obama muss noch nachdenken

Auf seiner ersten Pressekonferenz nach seiner Wahl wurde Barak Obama in der vergangenen Nacht gefragt, was er mit dem Brief anfangen wolle, den ihm der iranische Präsident Mahmoud Ajmadinejad zu seiner Wahl geschickt hat.

“I am aware that the letter was sent,” Obama said in response to the only question of the press conference about foreign policy. “I will be reviewing the letter from President Ahmadinejad and we will respond appropriately.”

“It has only been three days since the election,” he added. “Obviously, how we approach and deal with a country like Iran is not something that we should, you know, simply do in a knee-jerk fashion.

“I think we’ve got to think it through.” (AFP)

Auch auf die Frage, ob er eine konsularische Vertretung in Teheran eröffnen würde, mochte er nicht konkret antworten, sondern er wiederholte seinen grundsätzlichen Standpunkt.

“Let me repeat and state what I stated during the course of the campaign,” he said. “Iran’s development of a nuclear weapon I believe is unacceptable. We have to mount an international effort to prevent that from happening.”

Obama added that “Iran’s support of terrorist organizations, I think, is something that has to cease.”

Ich wäre erstaunt, wenn Obama sich vor seinem aktuellen Amtsantritt am 20. Januar detailliert zu seinen Plänen gegenüber dem Iran äußern würde.

Zum einen dürfte er vorsichtig sein, den Kurs des noch amtierenden Amtsinhabers mit eigenen Plänen zu untergraben, zum zweiten wird er seine eigene Politik nicht im Alleingang verkünden, sondern erst mit anderen wichtigen Partnern in Sachen Iran abstimmen wollen.

Obama hat während des Wahlkampfes immer wieder die Notwendigkeit betont, eine breite diplomatische Koalition aufzubauen. Da wäre es ein schlechter Start, wenn Frankreich, Großbritannien, Russland, China, Deutschland, die Golfstaaten und andere von seinen Absichten auf einer Pressekonferenz erfahren würden.

Kommentare

Es sind 2 Kommentare vorhanden. Kommentar hinzufügen!

  1. von
    knt
    am
    3. February 2009 um 19:00 Uhr

    Hallo - Ich vermisse deine Berichte aus dem iranischen Leben!

  2. von
    Paul Nellen
    am
    6. May 2009 um 18:19 Uhr

    Lieber Martin,

    erst jetzt, beunruhigt durch die Offenlassung deiner Site, habe ich über Google von deinem Tod im Dezember 2008 erfahren, und es schmerzt mich noch immer. Ich denke so oft an unsere Woche in Teheran vor bald 2 Jahren zurück und an deine und Zorehs Gastfreundschaft, die ich für immer in meinem Herzen behalten werde. Auch wenn wir politisch nicht immer ganz einer Meinung waren, so stritten wir uns doch als Freunde, die sich seit mehr als 20 Jahren kannten. Jetzt muss ich noch etwas warten, bis wir das in einer hoffentlich anderen, besseren Welt werden fortsetzen können.
    Dein Paul

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