Iran: Alle Antworten gegeben

26. May 2008 - 13:36

Im Vorfeld des neuen Berichtes von IAEA Generaldirektor Muhammed ElBaradei zum Iran und einer zunehmenden Zahl von Meldungen, dass die Untersuchung zu den noch offenen Fragen zum iranischen Atomprogramm auf der Stelle treten, liess Teheran heute wissen: wir haben alle Fragen beantwortet.

Foreign Ministry spokesman, Mohammad-Ali Hosseini, said on Monday that Tehran has given answers to all questions raised by the International Atomic Energy Agency on the national nuclear program.

Talking to reporters, he added that Tehran has “very constructive” cooperation with the UN nuclear agency. (IRNA)

Hosseini sagte freilich nicht, alle Fragen seien zufriedenstellend beantwortet worden.

IR-3

23. May 2008 - 14:49

Auch Simon Morgan berichtet heute für AFP, dass die IAEA und der Iran keine Fortschritte in den Verhandlungen über die letzten noch offenstehenden Fragen zum iranischen Atomprogramm erzielt hätten.

Iran is continuing to stonewall the UN nuclear watchdog’s investigations into allegations it has carried out studies to design a nuclear weapon, diplomats said on Friday. (AFP)

Aber beinah noch interessanter ist eine Information, die weiter unten in der Meldung versteckt ist.

Intelligence sources told AFP that Iran has begun experimenting with a new, more efficient type of uranium-enriching centrifuge at its main nuclear plant in Natanz.

Prototypes of the centrifuge, dubbed IR-3, have been seen by IAEA inspectors, said one diplomatic source close to the Vienna-based body.

Several of the machines “have already been installed,” the intelligence source said.

“The Iranians are working at the site around the clock in order to obtain immediate results,” the source said. “Checks as to the centrifuges’ proper functioning have reached the final stage.”

The IR-3 is larger and, Iran claims, more efficient than the preceding generation of centrifuge, the IR-2, which was Tehran’s own modified version of western P2 centrifuges.

Trifft dies zu, hätte der Iran innerhalb von kürzester Zeit weitgehend allein auf eigene Kenntnisse und Fähigkeiten gestützt ein zweites Zentrifugen-Modell entwickelt.

Das Argument, der Iran müsse davon abgehalten werden, eigene Kenntnisse zur Anreicherungstechnologie zu entwickeln wäre damit endgültig hinfällig.

Zugleich würde auch das Rätsel gelöst, warum der Iran in Natanz weitere P1-Zentrifugen installiert, obwohl es bereits über eine verbesserte, effizientere Variante (IR-2) verfügt. Offensichtlich ist die IR-2 nur ein Zwischenmodell und geplant wird mit fortgeschrittenere Modellen, die aber noch erst einige Zeit getestet werden müssen.

Dunkle Rauchzeichen?

20. May 2008 - 21:29

George Hahn von AP will erfahren haben, dass der Iran bei der Aufklärung der letzten noch ungeklärten Fragen zur Vergangenheit seines Atomprogramms mauert.

Diplomats say that a new attempt by the U.N. nuclear watchdog to probe allegations that Iran tried to make nuclear arms has failed. (AP)

Ob es stimmt, wir dEnde dieser, Anfang kommender Woche zu erfahren sein, wenn IAEA Generaldirektor ElBaradei seinen neuen Bericht zum Iran vorlegen wird.

Rauchsignale positiv

15. May 2008 - 14:25

Nach Ende der dreitägigen Gespräche zwischen der IAEA und iranischen Experten ließ Teheran melden, die Begegnung sei „positiv und konstruktiv“ verlaufen, ohne allerdings Einzelheiten zu nennen.

Iran said on Thursday the latest round of talks with U.N. inspectors to resolve remaining issues over its disputed nuclear work were “positive and constructive,” a news agency reported. (Reuters)

Genauer:

“Technical and expertise discussions were held in a positive and constructive atmosphere,” Ali Asghar Soltanieh, Iran’s ambassador to the Vienna-based International Atomic Energy Agency, told Iran’s ISNA news agency.

Soltanieh did not elaborate on issues addressed in the talks with Hermann Naeckerts, who is head of the U.N. watchdog’s safeguards inspections in the Middle East region.

Muss er auch nicht unbedingt sagen, denn es ist kein Geheimnis, dass es u.a. um die „alleged studies“ geht = Dokumente, die auf einem ominösen Laptop gefunden wurden und auf iranische Versuche, eine Nuklearwaffe bauen zu wollen, hinweisen könnten.

Wie „positiv und konstruktiv“ die Gespräche waren, werden wir spätestens in einer Woche bis in 10 Tagen erfahren, wenn ElBaradei seinen nächsten Bericht zum Iran veröffentlichen wird.

Iran bereit, Antworten zu geben

23. April 2008 - 23:16

Der Iran und die IAEA haben sich während des zweitägigen Aufenthaltes von Olli Heinonen in Teheran auf ein Verfahren geeinigt, nach dam Teheran bereit ist, an der Aufklärung des letzten offiziell noch offenen Fragen zu seinem Atomprogramm mitzuarbeiten.

Iran has agreed to answer intelligence allegations that it studied how to design nuclear bombs, the chief of the U.N. nuclear watchdog said on Wednesday. (Reuters)

Es geht um die Dokumente, die auf einem Laptop Computer gefunden wurden, der aus dem Iran herausgeschmuggelt sein soll und die Hinweise darauf geben, dass Teheran Studien zum Bau von Atomwaffen betrieben haben soll.

Dies ist der letzte noch ungeklärte Komplex in der Untersuchung des iranischen Nuklearprogramms durch die IAEA. Andere Fragen sind vom November letzten bis zum Beginn dieses Jahres mehr oder weniger zur Zufriedenheit der IAEA vom Iran beantwortet worden.

“(This agreement) is a certain milestone and hopefully by the end of May we’ll be in position to get the explanation and clarification from Iran as to these alleged studies,” IAEA Director-General ElBaradei said.

“This, in my view, is a positive step,” he told reporters during a visit to the Bosnian capital Sarajevo.

Nicht nur ein “positiver Schritt”, sondern wohl auch ein Hinweis darauf, dass man in Teheran sehr zuversichtig ist, den Beweis führen zu können, dass diese Dokumente eine „Fälschung“ seien. Anderenfalls gäbe es für den Iran kaum einen Anreiz und auch keine Not zu kooperieren.

Wie, wann und wo nun die Aufklärung betrieben werden soll, ist bislang nicht bekannt gegeben worden.

ElBaradei wird Ende Mai seinen nächsten turnusmässigen Bericht zum Iran vorlegen.