Telefonkonferenz ohne Ergebnis

21. October 2008 - 08:30

Für das Protokoll:

Senior diplomats from six world powers on Monday discussed the possibility of imposing new sanctions on Iran over its nuclear program, but they failed anew to reach a consensus on how or whether to proceed, U.S. officials said. (AP)

Nun blockiert China

17. October 2008 - 07:56

Hinter den Kulissen hat es die US Regierung noch nicht aufgegeben, doch noch irgendwie eine Mehrheit für einen Sanktionsbeschluss gegen den Iran im UN Sicherheitsrat zusammen zu bekommen. Bislang hat sich dem vor allem Russland wiedersetzt, während Deutschland wenig Begeisterung an den Tag legte. Nun blockiert China.

The Bush administration has been trying for more than a week to arrange a conference call among senior officials from the six nations negotiating with Iran. But they have so far been stymied by China’s refusal to commit, they said on Thursday. (AP)

Grund:

The Chinese have not explained why they are balking at the conference call, but diplomats said they assume it is related to the Bush administration’s Oct. 3 announcement that it will sell up to $6.5 billion in advanced weaponry to Taiwan.

Wenn China beleidigt ist, dann kann Russland sich die Mühe sparen, als Spielverderber aufzutreten. So oder so ist ein neuer Sanktionsbeschluss noch in diesem Jahr mehr als unwahrscheinlich.

Neuer Anlauf

15. October 2008 - 07:54

Ali Larijani, ehemals iranischer Chefunterhändler, nun Sprecher des iranischen Parlaments, versuchte es gestern noch einmal:

Iran wants to continue talks on its nuclear program if Western countries are willing to return to the negotiating table, Iran’s former chief negotiator said Tuesday.

Ali Larijani, who is now Iran’s parliamentary speaker, said the country is prepared to negotiate but cannot accept what he described as “conditions that were impossible to achieve.” (AP)

Larijani erläuterte nicht, welche Bedingungen er damit meint, aber es dürfte wohl um die Vorbedingung gehen, vor der Aufnahme von Gesprächen die Urananreicherung in Natanz auszusetzen.

Seine Äußerung ist ein weiteres Indiz dafür, dass es dem Iran sehr an der Wiederaufnahme von Verhandlungen gelegen ist. Überraschend vielleicht, dass man in Teheran nicht erst den Ausgang der Präsidentschaftswahlen in den USA abwarten will.

Die USA wie die europäischen Staaten haben bislang nicht auf wiederholten Offerten reagiert. Das mag daran liegen, dass sie schon erst abwarten möchte, welcher neuer US Präsident in Zukunft die amerikanische Iranpolitik bestimmen wird.

Es hat sich aber auch ein Konsens herausgebildet, dass die iranischen Antworten auf den Vorstoss der P5+Deutschland keine ausreichende Grundlage für weitere Gespräche bieten. So verlegt man sich einstweilen darauf, mit weiteren Sanktionen mehr Druck auf Teheran auszuüben.

Neu ist das nicht. Erfolgreich wahrscheinlich auch nicht.

Iran beschwert sich über Druck

8. October 2008 - 01:19

Wenn der Iran gern wieder mit den P5+Deutschland ins Gespräch kommen will, dann hat es eine recht befremdliche Art, einen Kontakt wieder aufzunehmen.

Iran’s nuclear negotiator Said Jalili has written to EU foreign policy chief Javier Solana to protest over the West’s attitude to the Islamic republic’s atomic programme, a senior Iranian official said on Monday.

“In the letter, Mr Jalili complains of the attitude of the West and says their approach has harmed the constructive process of negotiations between the two parties,” the official told AFP, declining to be named. (AFP)

Welcher “konstruktive Verhandlungsprozess”? - fragt sich da der unbefangene Beobachter.

Soweit ich mich erinnern kann, ist der letzte Versuch, Gespräche wieder in Gang zu setzen, stecken geblieben, weil die P5+Deutschland von der iranischen Seite mehr allgemeine Deklarationen, nicht aber konkrete und konstruktive Vorschläge erhalten haben. Zumindest ist das der Stand der Dinge, nach dem was von diesem Austausch bekannt wurde.

Konkret beschwert sich Teheran darüber, der Westen versuche, unlauteren ruck auszuüben.

“In the process of talks, pressure cannot resolve the issue,” the ISNA news agency quoted [den iranischen Chefunterhändler Saeed; ME] Jalili as saying, giving no further information about the letter to the foreign ministers of the United States, Germany, France, Britain, China and Russia.

Iran’s Press TV said in a headline: “Iran rejects any pressure on its nuclear program.” (Reuters1)

Auch dies verwundert ein wenig, denn so recht hat sich nach den gescheiterten Bemühungen, neue Sanktionen im Sicherheitsrat zu verabschieden, eigentlich der Druck in den letzten Monaten nicht verschärft.

Eine spätere Reuters-Meldung hat ein wenig mehr, was Jalili mit dem „Druck“ meint.

The group of six handed the United Nations Security Council a toothless draft resolution on Iran’s nuclear program in September after Washington, facing stiff Russian opposition, failed to secure agreement for fresh sanctions.

“In the judgment of the world community, this unreasonable behavior is an indication of the lack of a clear response to the principled questions of the Islamic Republic of Iran,” Jalili said in the letter. …

Jalili said “logical behavior” by major powers could pave the ground for constructive talks to remove international concerns over the country’s nuclear work. …

It is interesting … to see that in the course of talks … the other party (the major powers) … resorts to levers of pressure instead of offering answers to questions and trying to remove ambiguities,” Jalili said. (Reuters2)

In der Tat: Teheran will gern wieder ins Gespräch kommen.

China: Sanktionen keine Lösung

16. September 2008 - 21:33

Auch nach dem jüngsten Bericht der IAEA sieht China keinen Grund, wie von den USA, Großbritannien und Frankreich gefordert, neue Sanktionen gegen den Iran zu verhängen.

“I don’t think sanctions are the way out. The ultimate solution of the Iranian nuclear issue is through negotiations and dialogue,” foreign ministry spokeswoman Jiang Yu told reporters.

“We hope relevant parties will step up diplomatic efforts and settle the issue peacefully through dialogue and negotiations,” Jiang said. (AFP)

In der Vergangenheit hat Chibna immer wieder eine ähnliche Position bezogen, aber zum guten Schluss dann den drei vorangegangenen UN Sanktionsresolutionen doch immer zugestimmt.

Wirtschaftliche Interessen stehen in der Politik Chinas in der Iranfrage an erster Stelle, aber Peking hat gleichzeitig weder ein Interesse daran, seine Beziehungen zu den USA ernsthaft zu belasten, noch an einem weiteren US geführten Krieg im Nahen Osten und auch nicht an einer möglichen iranischen Atombombe.