Vorbereitungen für russische Brennstofflieferungen

16. November 2007 - 20:49

Russland scheint nun doch bereit zu sein, nach vielen, vielen Verzögerungen die in Aussicht gestellten Brennstäbe für den Nuklearreaktor in Bushehr zu liefern – sagt der Iran.

Russia and the UN nuclear agency will start work on November 26 to prepare for nuclear fuel deliveries to Iran’s Bushehr NPP, the Islamic Republic’s vice president and nuclear chief said.

Referring to a report delivered on Thursday by the International Atomic Energy Agency, Gholamreza Aghazadeh said it “stipulates that the UN agency in cooperation with the Russian government will begin, on November 26, preparing for nuclear fuel supplies for the Bushehr NPP in Iran, which will be launched in the near future.” (RIA Novosti)

Tatsächlich findet sich eine solche Passage im jüngsten Bericht des IAEA Generaldirektors Mohammed ElBaradei.

38. The Agency has made arrangements to verify and seal the fresh fuel foreseen for the Bushehr nuclear power plant on 26 November 2007, before shipment of the fuel from the Russian Federation to Iran.

Eine Bestätigung gibt es auch von der russischen Atomenergiebehörde.

The Russian Nuclear Power Agency said IAEA inspectors would check and seal the nuclear fuel containers for delivery to Iran at a Siberian chemical plant November 26-29. “We are ready to grant the IAEA specialists with any conditions for the work,” a deputy plant CEO said.

Damit wären die Brennstäbe reisefertig, aber noch nicht unbedingt auf dem Weg in den Iran.

Konstantin Grabelnikov said Russia would send nuclear fuel to Bushehr once the need arises. “The IAEA is controlling the construction of the Bushehr NPP at all stages, including storage of produced fuel. Fuel will be dispatched once it is required and the relevant instructions are received,” he said.

Heisst: die Brennstäbe werden erst geliefert, wenn die IAEA bescheinigt, dass sie ordnungsgemäß in Bushehr gelagert werden können.

Und natürlich auch erst dann, wenn die russische Führung es nicht aus politischen Gründen doch noch für angebracht hält, den Iran noch weiter zappeln zu lassen.

„Gute Nachricht” am 9. April

3. April 2007 - 20:26

Erinnern Sie sich an die „guten Nachrichten”, die Präsident zum einheimischen Atomprogramm angekündigt hatte und zum Jahrestag der Revolution verkünden wollte?

Die Nachrichten fanden nicht statt, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

He also gave news that good news regarding Iran’s atomic program would be given on the 9th of April 2007. (IRNA)

„He” ist Reza Aghazadeh, der Chef der iranischen Atomenergiebehörde.

Gerechnet wird damit, dass der Iran verkünden wird, dass er damit begonnen habe, dass erste Urangas in die neu gebauten Zentrifugen im unterirdischen Teil der Anlage in Natanz einzuführen.

Korrektur

3. February 2007 - 22:31

Ich muss mich korrigieren.

Die Gruppe hiesiger Kollegen ist heute nicht zur Urananreicherungsanlage nach Natanz, sondern zur Konvertierungsanlage nach Isfahan gefahren. Ich hatte Natanz verstanden, aber da ich allemal nicht mitfahren konnte, habe ich wohl nicht sorgfältig genug zugehört. Sorry.

In Isfahan wurden den Journalisten allerdings nichts gezeigt, was nicht bereits von anderen gesehen wurde. Es waren schon Journalisten in dieser Anlage und die IAEA führt dort regelmäßige Kontrollen durch.

Die Kollegen wurden wohl mehr als Staffage und ungewollte PR Statisten für einen Besuch der Botschafter aus Kuba, Ägypten, Malaysia und Algerien bei der IAEA in Wien sowie einem Vertreter der Arabischen Liga.

The six NAM [Organisation der nicht Pakt gebundenen Staaten; ME] diplomats, accredited to the U.N. nuclear watchdog, the International Atomic Energy Agency, visited the site near the central Iranian city of Isfahan that converts uranium ore into feedstock uranium hexafluoride (UF6) gas.

About 90 Iranian and foreign journalists were also shown round the site, where employees in white overalls and face masks feed uranium “yellow cake” into a conversion line.

“All these journalists can see and tell the world that Iran’s activities are peaceful,” Ali Asghar Soltanieh, Iran’s IAEA envoy, said during the tour.

Soltanieh said the trip showed Iran’s “transparency” and pointed out two IAEA cameras to monitor work in a room were UF6 is produced at the site, situated in a barren area southeast of Isfahan and surrounded by anti-aircraft guns. (Reuters)

Ja, natürlich ist die Umwandlung von “Yellow Cake” in UF6 völlig unschuldig und “friedlich”, ebenso unschuldig wie das Unkrautvernichtungsmittel, aus dem Terroristen früher einmal ihre Bomben gebastelt haben, oder der Wecker, der später dann als Zeitzünder verwandt werden.

Schwer zu sagen, ob sich die Diplomaten darüber im Klaren waren, dass sie hier für eine billige Propagandashow benutzt wurden. Immerhin war dem kubanischen Botschafter klar, dass er eigentlich keine Ahnung hat.

Asked after the tour if the envoys could say if Iran’s atomic work was peaceful, Cuban ambassador Norma Goicochea Estenoz told reporters: “(From) the technical point of view, we cannot say anything. I don’t think we can give any assessment.”

Andere NAM Diplomaten in Wien waren schlauer und sind gleich zu Hause geblieben.

A NAM ambassador in Vienna, where the IAEA is based, had said before the visit that the trip was a “publicity exercise.”

So ist es, und so gesehen war es auch kein Beinbruch, dass ich an dem Ausflug nicht teilnehmen konnte – was nicht entschuldigt, dass ich Natanz und Isfahan durcheinander gewürfelt habe.

Noch eine Neuigkeit zu Ahmadinejad und der angekündigten großen Party:

President Mahmoud Ahmadinejad was quoted by Fars News Agency as saying February 11 would be a day to “prove the Iranian nation’s obvious right” to nuclear technology. He also said Iran would announce “great achievements” in days but did not give details.

Am 11. Februar werden ich aller Voraussicht nach in Teheran sein. Die Gefahr ist also nicht allzu groß, dass ich die Übersicht verliere.

Nachtrag 04. Feb 15:23: Es soll nun doch noch einen Journalistenbesuch in Natanz geben.

[Chef der iranischen Atomenergieorganisation Gholamreza] Aghazadeh also promised journalists a visit to Iran’s enrichment facility in Natanz “in seven or eight days to see the latest stages of the work,” and that “good nuclear news will be announced soon,” the Fars news agency reported. (AFP)

Iran stockt weiter UF6 auf

4. January 2007 - 23:35

Der Chef der iranischen Atomenergieorganisation, Gholamreza Aghazadeh, gab heute bekannt, dass sein Land inzwischen 250 Tonnen an Uranhexafluorid (UF6) produziert habe. UF6 ist das gasförmige Aggregat von Uran und eine Vorstufe zur Anreicherung.

“Today we have produced more than 250 tonnes of UF6, kept in tunnels that are almost unique in the world,” he said. (AP via Haaretz)

Damit dürfte der Iran einen gewaltigen Fortschrift bei der Produktion von UF6 gemacht haben, denn Anfang November letzten Jahres meldete die IAEA noch einen Bestand von 165 Tonnen.

250 Tonnen würden ausreichen, um ausreichend hochangereichertes Uran für 50 nukleare Sprengköpfe zu produzieren.

Die Umwandlung von Uranerz in UF6 ist in diesem mehrstufigen Prozess allerdings die am leichtesten zu bewerkstelligende technologische Herausforderung und bis dato auch die einzige, die der Iran komplett beherrscht.

Iran: Arak auch ohne IAEA

18. November 2006 - 19:46

Auch wenn die IAEA dem Iran keine technische Unterstützung beim Bau des Schwerwasserreaktors in Arak gebe, werde die Anlage gebaut, sagte heute der Chef der iranischen Atomenergiebehörde, Gholamreza Aghazadeh.

“Whether the IAEA helps or not, the research reactor in Arak will continue its work,” the Iranian Student News Agency (ISNA) on Saturday quoted Gholamreza Aghazadeh as saying.

“If the IAEA denies the assistance, it will be harmful for the IAEA … It is the IAEA that insists on Iran cooperating with it on the security dimension of the reactor.” (Reuters)

Der Iran hatte bei der IAEA einen Antrag auf Unterstützung bei den Arbeiten zur technischen Sicherheit des Reaktors gestellt, über den in der kommenden Woche vom Gouverneursrat der Organisation abgestimmt werden soll.

Es gehört zu den Aufgaben der IAEA, solche Unterstützung zu gewähren, aber die USA organisierten dagegen den Widerstand, dem sich die europäischen Mitglieder dieses Rates angeschlossen haben. Sie verweisen auf den Verdacht, dass Teheran vor allem an dem beim Betrieb des Reaktors anfallende Plutonium aus militärischen Gründen interessiert ist.

Der Gouverneursrat hatte den Iran bereits in einer Resolution aufgefordert, das Projekt einstweilen nicht weiterzubauen.

Offensichtlich ist man auch in Teheran zu der Einsicht gekommen, dass der Antrag auf Hilfe keine Unterstützung erhalten wird.