Ahmadinejad hat Visum beantragt
16. March 2007 - 08:19
Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad hat sein Visum beantragt, um an der Sitzung des Weltsicherheitsrates, in der die neue Sanktionsresolution diskutiert wird, teilnehmen zu können.
Richard A. Grenell, the spokesman for the United States Mission, said that an official request for a visa had been received Thursday. The Iranian party will include 38 others, most of them security people, he said. (NYT)
Die Mitglieder des Sicherheitsrates werden ihm den Auftritt, in dem Ahamdinejad das Atomprogramm seines Landes verteidigen will, nicht verwehren.
South Africa’s U.N. Ambassador Dumisani Kumalo, the council president for March, said he sent the request from Iran’s U.N. Ambassador Javad Zarif to the 14 other council nations on Thursday “and we haven’t received one objection at all, so … I’m assuming it’s going to happen.” (AP)
Unklar ist noch, wann die Sitzung stattfinden wird, zumal es unter den 10 nicht permanenten Mitglieder des Rates einiges Murren gibt, dass ihnen eine fertige ausgehandelte Resolution vorgelegt wird, der sie dann mehr oder weniger nur noch zustimmen können. Für Unmut sorgt auch, dass Deutschland als Nichtmitglied mehr Einfluss auf die Formulierung der Resolution hatte als die restlichen zehn.
Bevor die Fluten der Deutungen auf uns herabrieselt, wie der Auftritt von Ahmadinejad denn nun zu werten ist, zwei Anmerkungen:
- Ahmadinejad wird den diplomatischen Lösungsversuchen dieser Krise keine neuen Impulse hinzufügen können. Mag sein, dass er wie das Kaninchen aus dem Hut einen neuen, spektakulären Vorschlag präsentiert, aber Diplomatie ist kein Kneipengespräch, bei dem man im leichten angesäuselten Zustand schliesslich eine Vereinbarung auf einen Bierdeckel kritzelt.
Es kursieren bereits eine Reihe von Vorschlägen, die seit Wochen hinter den Kulissen zäh diskutiert werden. Nur die Erklärung des Irans, die Urananreicherung aussetzen zu wollen oder dem Vorschlag eines Timeout von IAEA Generaldirektor Mohammad ElBaradei akzeptieren zu wollen, würde die Verhandlungen beleben.
Wahrscheinlicher ist ein Auftritt, der an Ahmadinejads Herausforderung erinnern wird, mit George W. Bush eine Debatte live im Fernsehen führen zu wollen.
- Interessanter ist, dass im Iran niemanden Ahmadinejad daran hindert, nach NY zu fahren. Obwohl die Kritik am Auftreten des Präsidenten, der in der Außenpolitik eigentlich nur im zweiten Glied steht, innerhalb des Landes nicht nachlässt, scheint Ahmadinejad immer noch einen großen Handlungsspielraum zu genießen.
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