Die Stimmung im Lager derer, die auf mehr Druck auf den Iran und eine weitere Isolation Teherans drängen, ist im Vorfeld der Veröffentlichung des neue IAEA Berichts nicht besonders positive.
IAEA Generaldirektor Mohammed ElBaradei will in den kommenden Tagen berichten, welche Ergebnisse der Dialog mit Teheran über die noch offenen Fragen zur Vergangenheit des iranischen Nuklearprogramms erbracht haben. Die Erwartung ist, dass die Untersuchung keine Hinweise auf ein militärisches Atomprogramm gefunden hat – was es erheblich erschweren würde, Zustimmung für weitere Sanktionen zu finden.
Der Staat, der auf die härtesten Maßnahmen gegen den Iran dringt und sogar (neben den USA) eine „militärische Option“ nicht ausschließen will.
“Our expectations, and those of many of my colleagues at the United Nations, are not high,” [der israelische UN Botschafter Dan; ME] Gillerman was quoted on public radio as saying in New York late on Wednesday. “I fear that once again we will be disappointed by this report.” (AFP via Dow Jones)
Einer solchen Enttäuschung hätte Israel vielleicht vorbeugen können, in dem es die Beweise für den Bau von Nuklearwaffen im Iran, über die Tel Aviv verfügen will, einfach der IAEA vorgelegt hätte.
Israel hat den Atomwaffensperrvertrag nicht unterschrieben und gehört deshalb auch nicht zur IAEA. Israel ist der einzige Staat in der Region, der Nuklearwaffen besitzt.
Ganz gegen jedes diplomatische Protokoll griff Gillerman ElBaradei auch persönlich an.
“In recent years, Mohamed ElBaradei has demonstrated incomprehensible and exaggerated forbearance regarding Iran’s race toward arms,” Gillerman said.
“He systematically tries to sympathize with the Iranians and to minimize things. Our experiences with his previous reports have not been positive, and I do not expect any change.”
Die Frustration muss tief sitzen und man kann sich vorstellen, welche Kampagnen losgetreten werden, sollte der IAEA Bericht so ausfallen wie erwartet wird.
Ich übersehe dabei durchaus nicht, dass der iranische Präsident Ahmadinejad mit seinen Hetzreden gegen Israel jenseits all dessen liegt, was auch nur annähernd akzeptabel ist. Natürlich heizt das die Stimmung auf beiden Seiten an.
Nur: bislang ist es unter zivilisierten Staaten nicht üblich, den Direktor der IAEA als Sympathisant des Irans zu attackieren und die Aufklärung des „Falls Iran“ wird sicher nicht durch persönliche Beschimpfungen sondern eher durch sachliche Argumente vorangetrieben.