Das unberechenbare Israel
5. September 2008 - 06:56
Der französische Präsident Nicolas Sarkozy warnte gestern den Iran, er betreibe ein gefährliches Spiel.
“Iran is taking a major risk in continuing the process to obtain a military nuclear capacity,” Sarkozy told a meeting in Damascus with the leaders of Syria, Turkey and Qatar.
“One day, whatever the Israeli government, we could find one morning that Israel has struck,” Sarkozy added.
“The question is not whether it would be legitimate, whether it would be intelligent. What will we do at that moment? It would be a catastrophe. We must avoid that catastrophe,” Sarkozy told the meeting in comments broadcast on television. (Reuters)
Ich denke schon, dass sich die Frage stellt, ob ein solcher israelischer Luftangriff tatsächlich legitim wäre. Er wäre es nicht (und mit allergrößter Sicherheit auch nicht legal), und weil er es nicht wäre, könnte ein französischer Präsident dies vielleicht auch laut und deutlich sagen und damit klar machen, dass eine französische Regierung unter keinen Umständen einen solchen Schritt unterstützen würde.
Vielleicht könnte dies dazu beitragen, Israel die Entscheidung für einen Angriff ein wenig zu verstärken.
Sarkozy hatte zu iranischen Atomprogramm noch etwas zu sagen:
“If Iran continues enrichment, that is a problem. But IAEA checks should at least take place in a complete manner. Then (Iran’s) good faith would be established,” he said.
Er ließ offen, was er genau mit „vollständigen Inspektionen“ (complete manner) meint. Die IAEA führt bereits Kontrollen der Anlagen in Natanz und Esfahan durch. Sie hätte zwar gern mehr Zugang zu anderen Teilen des iranischen Atomprogramms, aber die Kontrollen über die angereicherten Mengen und ihre Verwendung sind „vollständig“.
Interessant aber, dass Sarkozy nicht an dem Standpunkt festhält, die einzige Lösung bestehe darin, dass der Iran seine Urananreicherung aussetzt, sondern dass er zu erkennen gibt, „vollständige Inspektionen“ würden das Vertrauen in den Iran wieder herstellen.
Offensichtlich beginnt auch er sich mit dem Gedanken anzufreunden, dass die bisherige Forderung nach einem Einfrieren der Urananreicherung nicht mehr weit führt, sondern dass der Weg zu einer Verhandlungslösung nur gefunden werden kann, wenn man sich statt dessen auf die Frage konzentriert, wie kann man verhindern, dass der Iran seine Anreicherung in Natanz zu militärischen Zwecken nutzt.
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