Australier 2004 davon gekommen

22. June 2007 - 08:30

Im Dezember 2004 haben iranische Küstenpatroullien schon einmal versucht, australische Seeleute, die im Auftrag der UN im Persischen Golf Schiffe auf mögliches Schmuggelgut kontrollierten, festzunehmen. Anders als ihre britischen Kollegen im März dieses Jahres sind sie aber davon gekommen.

The Australian military Friday confirmed Iranian gunboats tried to capture Australian sailors near the sea border between Iran and Iraq, saying the incident occurred more than two years ago.

The confirmation of the December 2004 stand-off followed a BBC report that a Royal Australian Navy vessel repelled the Iranians by training their guns on them and using “highly colourful language.”

Wer einmal mit ein paar Australiern ein Bier getrunken hat, kann sich vorstellen, was mit „highly colourful language” gemeint ist.

Die Briten waren festgenommen worden, als sie von einem Schiff in ihre Boote herunterkletterten. Die Australier waren in einer ähnlichen Situation, reagierten aber fixer.

An Australian defence spokesman said the 2004 stand-off between navy personnel and up to five Iranian gunboats lasted four hours.

Commodore Steve Gilmore said the incident began when an Iranian Revolutionary Guard gunboat began making “very overt gestures” as it moved towards an Australian boarding party leaving a cargo vessel they had just searched.

Gilmore said the Australian group’s commander ordered his crew to reboard the cargo ship.

“He got his boarding party back on to the ship and established a very credible and appropriate defensive position,” Gilmore told reporters in Canberra.

In Großbritannien war heftig darüber diskutiert worden, ob sich die britischen Seeleute nicht besser hätten zur Wehr setzen können. In der letzten Woche wurde dazu ein Untersuchungsbericht vorlegt, der den fünfzehn keine unmittelbare Schuld zuweist, aber von „mangelnder Koordination” spricht.

Sharafi

12. April 2007 - 03:04

Im Zusammenhang mit der Affäre um die Gefangennahme der 15 Briten und den Gerüchten um einen möglichen Deal eines Austausches mit den iranischen Gefangenen im Irak mag den einen oder anderen dies hier interessieren.

15 Briten - Ahmadinejad lässt sie frei

4. April 2007 - 15:48

Das nennt man wohl „großes Theater”. Mehr als eine dreiviertel Stunde ging Präsident Mahmoud Ahmadinejad auf seiner heutigen Pressekonferenz mit den USA und vor allem mit Großbritannien hart ins Gericht. Er erinnerte daran, wie der Iran unter den Briten in der Vergangenheit gelitten habe. Sie seien gekommen, um das Land auszuplündern. Er warf ihnen und den USA vor, mit Saddam Hussein im Krieg 1980 – 88 gemeinsame Sache gegen den Iran gemacht zu haben. Er geißelte die US Besatzung im Irak und die Machtverhältnisse im Weltsicherheitsrat.

Dann rief er den Kommandanten der Einheiten der Revolutionären Garden, in deren Abschnitt die 15 britischen Mariensoldaten am 23. März gefangen genommen wurden, auf die Bühne und zeichnete ihn mit einem Orden aus.

Und dann ganz unvermittelt der Knaller: wegen des bevorstehenden Geburtstags des Propheten (nach dem schiitischen Kalender am kommenden Freitag), des bevorstehenden Passah-Festes (!!) und Ostern lasse er die 15 frei.

Die Journalisten im Saal schauten einander fragend an. Hatten sie das wirklich richtig verstanden?

Ahmadinejad lächelte. Punktsieg.

Die Briten sollen unmittelbar nach der Pressekonferenz frei gelassen werden und können dann nach Hause fliegen.

Frage: gab es irgendwelche Gegenleistungen von britischer Seite? Ahmadinejad: es gab einen Brief aus London, aber der war nicht weiter von Bedeutung.

Frage: gab es einen Zusammenhang mit den 5 gefangenen Iranern im Irak? Ahmadinejad: Nein. (Lachend) Wenn es den gegeben hätte, hätten wir mehr als nur deren Freilassung verlangt.

Was das alles bedeutet? Ich brauche ein wenig Zeit, um darüber nachzudenken.

Iran soll Zugang zu Gefangenen im Irak erhalten

- 10:37

IRNA meldet heute [sorry, ich kann die Originalmeldung so schnell nicht finden], dass einem iranischen Vertreter es erlaubt werden soll, seine fünf Landsleute, die am 11. Januar in Arbil von US Truppen gefangen genommen wurden, zu besuchen.

A U.S. military spokesman in Baghdad said, however, that American authorities were still considering the request. The spokesman, Maj. Gen. William C. Caldwell, said an international Red Cross team, including one Iranian, had visited the prisoners but he did not say when. (AP)

Von irakischer Seite wird jeder Zusammenhang mit den Verhandlungen um die Freilassung der 15 Briten abgestritten.

Iraq’s Foreign Minister Hoshyar Zebari told The Associated Press that the case of the five Iranians detained in Irbil, the capital of the Kurdish self-governing region in northern Iraq, had no connection with that of the British sailors and marines.

Fällt irgendwie nicht ganz leicht zu glauben.

15 Briten – Zynismus

3. April 2007 - 21:40

Die semi-offizielle Nachrichtenagentur Fars-News, die als den Sicherheitsotrganisation nahestehend gilt, veröffentlichte heute neue Fotos der 15 britischen Marinesoldaten und schrieb dazu

Today’s photographs show that the British troops are having fruit and coffee, speaking to each other, playing chess and on the whole spending their desirable leisure time in Iran instead of serving missions in the cumbersome conditions of the Persian Gulf. (Fars)

Hoffentlich wird dies nicht zur Mode, dass man gewaltsam zu einem Urlaub im Iran gezwungen wird.