Der Mann sollte es eigentlich wissen. Schließlich ist Mowaffak al-Rubaie nationaler Sicherheitsberater des Iraks und damit Herr über die irakischen Geheimdienste. Gleichzeitig ist er Mitglied einer Regierung in Bagdad, di sich um gute Beziehungen zum iranischen Nachbarn bemüht.
Rubaie ist in Washington und nutzte die Gelegenheit, um mit der WP über die iranischen Aktivitäten in seinem Land zu plauschen.
Iran has significantly escalated its involvement in Iraq, “raising the heat” by supplying more sophisticated weaponry that is used against U.S. targets and undermining progress made by the U.S. troop increase, Iraqi National Security Adviser Mowaffak al-Rubaie said today.
The number of detained Iranian agents and intercepted Iranian arms shipments this year represents only the “tip of the iceberg” of Tehran’s activity in Iraq, Rubaie told editors and reporters at The Washington Post. “What we have arrested is a peanut,” he said.
Rubaie wurde auch konkreter.
Rubaie said Iran’s war supplies to militants include upgrades from RPG-7s, a shoulder-fired, rocket-propelled grenade first used by the Soviet Union in the 1960s, to the much more deadly RPG-29, a larger, new generation anti-tank weapon with warheads capable of penetrating American tank armor.
Iran also has provided militants with 240mm missiles that can hit targets 25 to 30 miles away, the longest-range missile now used against U.S. troops in Iraq. Several have been fired in recent months at the fortified Green Zone, where U.S. and international officials are headquartered. Iran also has provided Iraqi militants with more advanced surface-to-air missiles, Rubaie said.
Wenn das so ist, warum werden diese Beweise nicht auf den Tisch gelegt? Immer wenn es um dieses Thema geht gibt es zwar kühne Behauptungen, aber keine Beweise, die diese Behauptungen auch unterstützen.
Mehr als fragwürdig wird es, wenn Rubaie sich darauf versteift, all diese Waffenlieferungen erfolgten mit Zustimmung yon Ayatollah Ali Khamene-i.
Rubaie asserted that Iran’s top officials, including Supreme Leader Ayatollah Ali Khamenei, have approved of Iran’s current strategy.
“There is one policy in Iran and others execute that policy, and that’s done through the National Security Council. And its chairman is the supreme leader,” said Rubaie, a Shiite Muslim who has had close ties with Iran in the past.
Das ist wirklich eine kühne Argumentation. Geheime Waffenlieferungen in den Irak werden mit größter Wahrscheinlichkeit nicht im Nationalen Sicherheitsrat in Teheran diskutiert und selbst wenn es so wäre, sitzt Khamene-i dabei nicht persönlich am Tisch. Wie in allen wichtigen Gremien wird er durch einen Vertreter repräsentiert. Offen ist, ob Khamene-i sich über die Tagesgeschäfte informieren lässt und Entscheidungen trifft. In der Regel werden solche Dinge in vertraulichen Gesprächen geregelt.
Völlig verblüffend ist, dass Rubaie mit seinen Äußerungen den Erklärungen seines Premierministers Nouri Maliki widerspricht, der mehrfach – sehr zum Verdruss von US Präsident George W Bush – dem Iran eine „konstruktive Rolle im Kampf gegen den Terrorismus“ im Irak bescheinigt hat.
Erklärbar wird dieses Verhalten durch die labyrinthische Machtverteilung im irakischen Regierungsapparat, in dem Posten nicht nach Fähigkeiten sondern nach einem komplizierten System verteilt werden, wer von welcher der vielen Gruppen und Fraktionen gestützt wird.
Rubaie gehört zum Kreis um Ahmad Chalabi, wird offensichtlich von den Amerikanern geschätzt (der Sicherheitsapparat = Geheimdienst untersteht fest der amerikanischen Kontrolle) und hat für einen irakischen Politiker ein erstaunliches Beharrungsvermögen in seiner Position. Gleichzeitig ist er sich für billige Tricks nicht zu fein. So behauptete er immer von sich, beste Beziehungen zu Ayatollah Sistani zu haben, was nicht zutrifft. Von Rubaie soll auch das Video stammen, das von Saddam Husseins Exekution um die Welt ging.
Ich will nicht so weit gehen, Rubaies Äußerungen in Washington seien wie bestellt und nicht bewiesen, aber ich hege ein großes Maß an Skepsis. Leute wie Rubaie haben Erfahrungen darin, mit der richtigen Behauptung zur richtigen Zeit sich einen politischen Vorteil zu verschaffen.
Eine kleine Anekdote noch aus dem Artikel, weil sie ein Licht darauf wirft, wie es um die direkten Kontakte zwischen den USA und dem Iran bestellt steht.
Rubaie said a resumption of a more meaningful U.S.-Iran dialogue is critical to stabilize Iraq.
“The U.S. government needs to have serious engagement with Iran, not about wishy-washy things, not just to keep them busy,” he said. Both Washington and Baghdad need to develop a carrot-and-stick approach that makes Iran “feel the pain” and “pay a heavy price” for its intervention in Iraq while addressing Iran’s security and economic concerns.
The third and last meeting between U.S. Ambassador Ryan C. Crocker and Iranian Ambassador Hassan Kazemi Qomi on Aug. 6 was particularly difficult, Rubaie said. “They were both reading from scripts,” he said.
Es war zu befürchten.