Saudi Arabien rüstet gegen den Iran

24. July 2006 - 16:14

In einer „Analyse” für Reuters schreibt Andrew Hammond aus der saudi-arabischen Hauptstadt Rihad, Saudi Arabien sei im Begriff, sein Militär weiter aufzurüsten, um gegen einen als wachsende Bedrohung empfundenen Iran gewappnet zu sein.

Letzter Auslöser sei das Kidnapping zweier israelischer Soldaten durch die von Teheran unterstützte Hisbollah gewesen.

Analysts and diplomats say Israel’s bombardment of Lebanon after Syrian and Iranian-backed Hizbollah guerrillas kidnapped two soldiers has added to predominantly Sunni Saudi Arabia’s alarm at Shi’ite powerhouse Iran’s policies in the Middle East.

“There is now an understanding that Iran has to be countered,” a Saudi adviser told Reuters, speaking on condition of anonymity. “There is going to be a huge strategic spending on defence, based on a new defence doctrine.”

Das Verhältnis zwischen Saudi Arabien (mehrheitlich sunnitisch) und dem Iran (mehrheitlich schiitisch) hatte sich dramatisch nach dem Sieg der islamischen Revolution im Iran verschlechtert. Revolutionsführer Khomeini rief damals zum Sturz des „korrupten Regimes” in Rihad und zum Export seiner Revolution auf.

Mit Präsident Khatami haben sich die Beziehungen zwar wieder verbessert, bleiben aber angespannt. So warnte Saudi Arabien mehrfach öffentlich vor dem wachsenden iranischen Einfluss im Irak.

Saudi Arabien hat bereits mit der Realisierung seines Rüstungsprogramms begonnen.

Washington said on Thursday it had approved the sale of 24 UH-60L Black Hawk helicopters, radios, armoured vehicles and other military equipment worth more than $6 billion.

France and Saudi Arabia also signed a defence cooperation agreement on Friday, with a French government source saying a deal was close on helicopters and tanker aircraft.

And Riyadh is set to buy up to 72 Eurofighter Typhoon jets in a deal with Britain that could cost more than $10 billion.

Zum Gefühl einer wachsenden Bedrohung mag noch beigetragen, dass Saudis zu den Haupt-Financiers des Wiederaufbau des Libanon nach dem Bürgerkrieg gehören. Ihre Investitionen gehen jetzt in Flammen auf.

Die saudische Regierung kritisiert aber nicht Israel für seine Bombenkampagnen, sondern sieht in der Hisbollah und deren Unterstützer in Teheran die Hauptschuldigen.

Soweit geht es noch um eine gefühlte Bedrohung durch konventionelle Waffen. Das derzeitige Aufrüstung mag aber einen Vorgeschmack davon geben, was passiert wird, wenn man in Rihad davon überzeugt ist, dass der Iran nicht mehr vom Erwerb einer Atomwaffe abzuhalten ist.

Pfeifen im Wald

16. July 2006 - 21:05

Die von den USA unterstützten israelischen Angriffe im Libanon haben im Iran die Angst vor einer möglichen amerikanischen Militäraktion gegen das eigene Land wiederbelebt

Informationsminister Gholam-Hossein Mohseni Ejei [dem Informationsministerium untersteht der Geheimdienst, M.E.] warf sich gestern in die Brust und demonstrierte Widerstandsgeist.

“Every country which intends to attack Iran should know that it will pay huge costs,” he said in the `Conference of Loyalists to Islamic Values’.

He said the US threats are without base, adding, “The US does not dare launch attack on Iran because in that case, all its vital interests will be endangered by Iran … We will target its interests in all parts of the world.”

“Today, Iran has achieved complete nuclear technology. No country can deprive us of this modern and national technology.” (IRNA)

Für die Strategen im Iran gilt weiterhin, dass die USA die Kontroverse um das Atomprogramm ein Hebel zum Sturz des Regimes in Teheran ist. Die Verbindungen zwischen der Hisbollah und dem Iran ist ein zusätzlicher Ansatzpunkt, den Iran isolieren zu wollen und Druck auszuüben.

In Teheran herrscht trotz aller zur Schau getragenen Aggressivität Alarm.