US verhängen Sanktionen gegen 5 weitere iranische Firmen

13. August 2008 - 06:40

Wenn Sie US Amerikaner sind, dürfen Sie ab sofort mit folgenden fünf Firmen keine Geschäfte mehr betreiben: Nuclear Research Center for Agriculture and Medicine in Karaj, das Eshfahan Nuclear Fuel Research and Production Center, Jabber Ibn Hayan, Safety Equipment Procurement Co und Joza Industrial Co. Das US Finanzministerium hat die fünf auf die schwarze Liste gesetzt und gleichzeitig ihr Vermögen in den USA eingefroren.

“These five nuclear and missile entities have been used by Iran to hide its illicit conduct and further its dangerous nuclear ambitions,” said Stuart Levey, the Treasury’s undersecretary for terrorism and financial intelligence.

“Responsible financial institutions and businesses worldwide are taking steps to avoid doing business with Iranian nuclear and missile entities, as well as with the front companies and cut-outs the Iranian regime uses to disguise its activities,” Levey said in a statement. (Reuters)

Zwei Dinge fallen auf: a. wieso kommt das US Finanzministerium erst jetzt darauf, dass ein Unternehmen wie das Nuclear Fuel Research and Produktion Center in Isfahan mit dem iranischen Nuklearprogramm verbunden ist? Der Name spricht schon Bände. B. Wieso würden US Firmen mit diesen Firmen Geschäfte treiben, wenn doch jederlei Business mit dem Iran allemal schon lange per Sanktionen verboten ist?

Öl-Einnahmen nur noch in ausgewählte Banken

10. August 2008 - 07:59

Teheran bereit sich darauf vor, dass immer weniger Banken Geld in den Iran transferieren.

Iran’s government has ordered the state oil company to deposit oil revenues only in selected banks in a bid to dodge toughening sanctions over its nuclear drive, local media reported on Saturday. …

“This decision was made after the expansion of new rounds of sanctions against Iran so that Iran’s assets are not blocked in foreign banks,” the Sarmayeh newspaper quoted a source in oil ministry as saying.

“Many foreign banks… and even some Chinese banks have cut their financial operations with Iran and these (restrictions) increase day by day,” the source said. (AFP)

In der Tat wird es immer enger, nachdem eine ganze Reihe internationaler Banken unter dem Druck der USA den Geldverkehr mit dem Iran eingestellt haben.

Nächstes Ziel der amerikanischen Bemühungen ist es, die Zentralbank des Irans von jeglichem Geldtransfer abzuschneiden. Das würde praktisch bedeuten, dass der iranische Rial international nicht mehr konvertibel ist.

Nach iranischen Angaben nahm Teheran in den ersten vier Monaten des iranischen Kalenders, der am 20. März beginnt, 29,5 Milliarden US Dollar aus Ölverkäufen ein.

EU will UN Sanktionen umsetzen – und verschärfen

9. August 2008 - 07:36

Es ist seit gestern entgültig: die EU hat sich darauf verständigt, die in der dritten Sanktionsresolution des UN Sicherheitsrates enthaltenen Maßnahmen nicht nur umzusetzen (eine Selbstverständlichkeit), sondern sie auch noch ein Stückchen zu verschärfen.

Laut einer Erklärung der EU Präsidentschaft, werden die EU Mitgliedsstaaten in Zukunft Zurückhaltung bei der staatlichen finanziellen Absicherung von Investitionen im Iran üben.

The UN has called for “vigilance” in entering into new commitments for public-provided financial support for trade with Iran, including the granting of export credits.

The EU has gone further by urging member states to exercise “restraint” in its dealings with Iran in those areas. (AFP)

Zum zweiten soll in Zukunft sowohl an Flughäfen wie in Häfen Fracht, die aus dem Iran stammt oder für den Iran bestimmt ist, inspiziert werden. Ausdrücklich genannt werden Iran Air Cargo sowie die Iran Shipping Line, aber auch andere Flug- und Schifffahrtsgesellschaften fallen unter diese Bestimmung. In der einschlägigen UN Resolution war nur von der Inspektion iranischer Frachtgesellschaften die Rede.

Der zeitliche Zusammenhang zwischen dem Inkrafttreten dieser Regelungen und der Wiederaufnahme von Vorverhandlungen zwischen den P5+Deutschland sowie dem Iran ist schwer zu ignorieren. Die Botschaft ist eindeutig: die Drohung mit Sanktionen ist ernst gemeint – zumindest so lange nicht auch Russland und China mitreden müssen.

P5+Deutschland “erwägen” neue Sanktionen

6. August 2008 - 23:20

Nachdem die Antwort des Irans nicht so ausgefallen ist, wie die P5+Deutschland dies erhofft hatten, berieten Vertreter der sechs Staaten heute in einer Telefonkonferenz, wie es weitergehen soll.

Top diplomats from the group discussed the stand-off by conference call in the wake of Iran’s reply Tuesday to a rewards package for freezing uranium enrichment, said US State Department spokesman Gonzalo Gallegos.

They “have agreed that we have no choice but to pursue further measures against Iran as part of this strategy,” Gallegos said after the call, which also included European Union foreign policy chief Javier Solana. (AFP)

Die Wortwahl ist hier wichtig. Die sechs haben nicht beschlossen, nun einen neuen Resolutionsentwurf im UN Sicherheitsrat einzubringen, sondern sie haben untereinander vereinbart, dass sie dies tun müssten, wenn Teheran nicht doch noch die gewünschte Antwort liefert. Der Unterschied: das eine ist eine Absicht, das zweite konkretes Handeln.

Bundesaussenminister Frank-Walter Steinmeier lies simmer noch die Möglichkeit offen, dass der Iran sich anders verhalten könnte.

“If Iran does not choose this path, the UN Security Council will be referred to once again,” German Foreign Minister Frank-Walter Steinmeier said, a veiled reference to what would be a fourth round of UN sanctions.

Und auch der stellvertretende französische Außenminister Jean-Pierre Lacroix sieht erst den Punkt heranrücken (nicht erreicht!) an dem weitere Sanktionen notwendig werden könnten.

Asked whether there was agreement among the six to proceed to the drafting of a new sanctions resolution, France’s UN deputy ambassador Jean-Pierre Lacroix replied: “Our objective is not sanctions for the sake of sanctions.”

“We have to resort to the Security Council (sanctions) if we don’t see there’s any possibility to enter into a dialogue,” he noted. “But we are getting closer to the point where we will make that determination.”

Der russische UN Botschafter Witali Tschurkin galubt nicht einmal, dass die Sechserrunde heute tatsächlich schon die letzte Entscheidung über Sanktionen gefällt hat, sonder die Frage werde erst in gut einem Monat von den Ministern der G8 beraten.

Russia’s UN ambassador, Vitaly Churkin, said: “We would have preferred a clear yes. But it is more complicated than that.”

“We certainly do not believe that it is a foregone conclusion that it (the dialogue) is not going to be successful,” Churkin also told reporters. “We think there is some potential to that dialogue.”

Churkin said that the Group of Eight wealthy industrialized countries, including some of Iran’s top trading partners, would discuss the issue of whether to seek further sanctions at a ministerial meeting next month.

Um es kurz zu sagen: die Drohung, wenn der Iran nicht innerhalb von zwei Wochen ein klares Nein oder Ja zum Freeze abgibt würden automatisch neue Sanktionen beschlossen, war ein Bluff.

Ein leerer Bluff.

Die Chancen für neue Sanktionen

5. August 2008 - 07:40

Die WP berichtet heute über den möglichen Zeitraum für die Verabschiedung einer neuen Resolution im UN Sicherheitsrat, die den Iran mit weiteren Sanktionen belegen würden.

Western officials acknowledged yesterday that it may take months for the Security Council to approve a new sanctions resolution, and that there is little sense of urgency at the United Nations. Security Council President Jan K.F. Grauls of Belgium said he has not scheduled any discussion of Iran during August.

One European diplomat said it is unlikely that the council will seriously discuss additional sanctions on Iran before the annual meeting of the General Assembly in New York in late September.

Russia and China, while agreeing to previous resolutions, have been lukewarm about stricter sanctions. A European official described Germany as “wobbly,” but, in an interview published yesterday in the magazine Der Spiegel, the country’s foreign minister, Frank-Walter Steinmeier, urged Iran “to no longer play for time, but give us a usable answer to our offers — stop dallying.”

Das klingt nicht danach, als ob der Iran die Drohung mit Sanktionen im Moment auf den Iran großen Eindruck machen müsste – zumal Teheran jederzeit mit einem neuen diplomatischen Vorschlag den Prozess noch verzögern könnte.

Zudem: was ist unter diesen Vorzeichen die Verpflichtung der P5-Deutschland eigentlich wert, während eines Freeze keine neuen Sanktionen gegen den Iran zu beschließen? Der Iran dagegen müsste unmittelbar seine Anreicherungsarbeiten einfrieren.

Das SPIEGEL-Interview mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier gibt es nicht online, und so wie sich die Zusammenfassung bei SpOn liest, kann es so doll nicht sein.