Nicht die engsten Freunde

9. September 2008 - 00:44

Zum Anlass des anstehenden Jahrestages der Anschläge am 11. September veröffentlichte AlQaida ein neues, anderthalbstündiges Video, aus dem Al-Jazeera einige Auszüge veröffentlichte.

Zum Iran hatte Ayman al-Zawahiri, die Nummer 2 des Netzwerkes und anchor men der makabren Show, wenig Freundliches zu sagen.

“The leadership in Tehran is collaborating with the Americans in their occupation of Iraq and Afghanistan,” Zawahiri said in the extract broadcast by the channel.

“It recognises the subservient (to Washington) governments of these two countries, while at the same time pledging death and destruction to any state which dares touch Iranian soil,” added the Egyptian deputy to Al-Qaeda leader Osama bin Laden. (AFP)

Al-Zawahiri warf Teheran nicht nur die Anerkennung amerikanischer Besatzung, sondern gleich auch noch die Zusammenarbeit mit den USA vor.

“The leadership in Tehran is collaborating with the Americans in their occupation of Iraq and Afghanistan,” Zawahiri said in the extract broadcast by the channel.

“It recognises the subservient (to Washington) governments of these two countries, while at the same time pledging death and destruction to any state which dares touch Iranian soil,” added the Egyptian deputy to Al-Qaeda leader Osama bin Laden.

Schon im April dieses Jahres hatte AlQaida in einem Video dem Iran vorgeworfen, das Terrornetzwerk zu „diskreditieren“.

Shiraz III

14. May 2008 - 16:28

Die Zahl der Verhafteten, die für einen Anschlag auf eine Moschee in Shiraz am 12. April verantwortlich sein sollen, ist seit gestern von 12 auf 15 gestiegen.

“So far 15 people have been arrested and all the ones involved in this incident are our country’s nationals,” Gholam Hossein Mohseni Ejeie was quoted as saying by the state television. (AFP)

Gleichzeitig konkretisiert Teheran seine Vorwürfe, die Täter seien direkt von den USA und Großbritannien unterstützt worden.

“This movement stems from a place that combats Islam. It is a channel broadcasting from London on ‘Your TV’ since 2004,” the minister said of the Persian language opposition satellite channel.

“In their propaganda they targeted Islam, the Koran, God, the prophet (Mohammed) and Islamic sanctities.

In der Tat scheint sich eine Gruppe, die sich Kingdom Assembly of Iran nennt, zu dem Anschlag bekannt haben.

An opposition expatriate group named the Kingdom Assembly of Iran, headed by ‘Your TV’ host, Forood Fooladvand, claimed responsibility on its website for the blast and vowed that more “hostile acts” were to be expected.

So ganz korrekt kann dieser Teil der AFP Meldung allerdings nicht sein. Die Webseite der Organisation kann ich leider nicht öffnen, aber Forood Fooladvand gilt seit Januar letzten Jahres als vermisst. Anhänger behaupten, er sei vom iranischen Geheimdienst in die Falle gelockt und entweder ermordet oder in den Iran verschleppt worden.

Die Kingdom Assembly of Iran propagiert den gewaltsamen Sturz des iranischen Regimes und will die Monarchie wieder herstellen. Die Gruppe behauptet von sich, einen Sprengstoffanschlag auf einen Dam im Iran ausgeübt zu haben, um Persepolis vor der geplanten Überflutung zu retten.

Fooladvand erreichte einige Bekanntheit durch seine Reden gegen den Islam in seinem Your TV Programm, das via Satellit und per Internet ausgestrahlt wird. Am 17. Juni 2005 wurden er und drei Mitstreiter von der britischen Polizei wegen des Verdachts von terroristischen Aktivitäten verhaftet, aber später wieder freigelassen (hier und hier).

Die Organisation hat eher den Charakter eines Kults als einer politischen Organisation (es gibt einen aufschlussreichen Eintrag bei Wikipedia, der offensichtlich von einem Anhänger verfasst wurde) und beschuldigt die britische Regierung, das Regime im Iran zu unterstützen.

Ganz entspannt war das Verhältnis also offensichtlich nicht. Dennoch wirft Irans Geheimdienstminister London vor, die schützende Hand über die Organisation gehalten zu haben.

The intelligence minister said Iran had complained to Britain against people behind the channel in 2005 and 2006 but that the British “did not do anything, in contradiction with their words.”

Direkt unterstützt worden seien die Attäter aber von den USA.

Ejeie also said “the ones responsible for the Shiraz blast were directly controlled by America and were trained in bombing, acting secretly and escaping. They were provided with equipment and financial aid.”

Beweise? Keine, die öffentlich bekannt wären.

Klage gegen UBS

13. May 2008 - 20:06

Amerikaner tragen Konflikte wenn nicht mit Gewalt dann doch gern vor Gericht aus – auch wenn sie eher politischer Natur sind.

American victims of terrorist attacks in Israel have filed a lawsuit seeking more than $500 million from UBS AG, saying the Swiss bank made it possible for Iran to fund the terrorists.

The lawsuit says the Zurich-based bank provided dollars to Iran in violation of trade sanctions and Iran funneled the money to terrorist groups. (AP)

Es geht dabei um unterschiedliche Bombenanschläge und Selbstmordattentate, die in den Jahre von 1997 bis 2001 von der Hamas sowie der Hisbollah verantwortet sein sollen. Insgesamt sind es mehr als 50 Kläger. Gefordert wird von ihnen 500 Millionen USD Schadensersatz.

“UBS knew full well that the cash dollars it was providing to a state sponsor of terrorism such as Iran would be used to cause and facilitate terrorist attacks by Iranian-sponsored terrorist organizations,” the plaintiffs say.

Their lawyer, Nitsana Darshan-Leitner, said in a phone interview from Tel Aviv that the bank is liable “as much as Iran or the terrorists” for the damage caused.

Die Schweizer Bank sieht es anders.

“We will defend ourselves vigorously,” said Serge Steiner, a UBS spokesman in Zurich.

Man darf gespannt sein, wie die Kläger den Nachweis zu bringen versuchen werden, dass Geld, das - sagen wir - in Berlin auf ein UBS Konto eingezahlt wurde, zum Bau einer Bombe im Gaza Streifen oder im Libanon benutzt wurde.

Aber wahrscheinlich ist das nicht unbedingt notwendig, um die Klage zu gewinnen, denn nach US Gesetz macht sich bereits strafbar, wer finanzielle Transaktionen mit einem Staat unternimmt, der offiziell als Unterstützer von Terrorismus gilt.

Das amerikanische Finanzministerium übt seit mehr als einem Jahr massiven Druck auf Banken auch in Europa aus, keine Geschäfte mehr mit Teheran zu tätigen. Eines der Argumente: sie wollen doch nicht in die Nähe eines Staates gebracht werden, der als Hauptunterstützer des Terrorismus gilt.

Die Klage wird ein solches Argument sicher glaubwürdiger machen.

Shiraz II

- 14:24

Der Iran hat weitere Verdächtige, die für einen Anschlag auf eine Moschee am 12. April in Shiraz verantwortlich sein sollen, festgenommen.

“So far 12 people involved in this terrorist incident have been arrested, who are the main agents,” judiciary spokesman Ali Reza Jamshidi said, vowing that those convicted would be sentenced to the “harshest punishment”. (AFP)

Bei den Festnahmen sei Material zum Bau von Bomben bei den Verdächtigten gefunden worden, die die Absicht gehabt hätten, weitere Anschläge durchzuführen.

Bei der ersten Ankündigung über Verhaftungen hatte Innenminister Gholam Hossein Ejei bereits behauptet, die Verdächtigten hätten Verbindungen in die USA und nach Großbritannien. Nun will die iranische Justiz hierfür sogar Geständnisses haben.

“The arrested people… clearly confessed to having links with foreigners, especially the UK and the United States,” he told a news conference.

“They had received training from foreigners to make bombs. It has become clear and transparent through bank accounts that foreigners gave financial support to the terrorists.”

Der Justizsprecher kündigte an, der Iran erwäge eine Klage gegen die USA und Großbritannien wegen dieses Anschlages.

Jamshidi said on Monday that Iran may take legal action against the United States and Britain over the April 12 blast, which ripped through a packed mosque during a prayer sermon by a prominent local cleric, killing 13 people.

Ich hoffe, dass man sich in Teheran darüber im Klaren ist, dass vor internationalen Gerichten stichhaltigeres Beweismaterial verlangt wird als das, womit man im Iran oft Verurteilungen rechtfertigt.

Shiraz

9. May 2008 - 06:21

Ich weiß gar nicht, ob dies in den Kontext dieses Weblogs gehört, aber man weiß ja nie, was noch kommt.

Am 12. April fand in Shiraz eine Bombenexplosion statt, bei der 14 Menschen ums Leben kamen und mehr als 200 verletzt wurden. Iranische Offizielle gaben damals an, es handele sich nicht um einen Anschlag sondern um ein Unglück, das wahrscheinlich durch alte Munition aus dem Krieg gegen den Irak verursacht worden sei.

Nun dementieren die Offiziellen ihr Dementi. Es soll doch ein Anschlag gewesen sein.

Intelligence Minister Gholam Hossein Ejei told reporters that six people involved in the attack had been arrested and their links with foreign countries had been confirmed, Fars news agency reported.

Mr. Ejei told reporters that the planner of the explosion had been arrested on Wednesday while trying to leave the country. Mr. Ejei did not explain where he had been arrested but that he was armed at the time. He gave no details on the circumstances of the arrests of the other five suspects.

“All these men are Iranian and had been identified and their links with foreign countries had become clear,” Mr. Ejei said. (NYT)

Es soll sich um eine Gruppe von Exil-Royalisten handeln.

The minister of interior, Mostafa Pourmohammadi, … said they were linked to “royalists,” a group of oppositionists in exile who support the son of the former Shah who was deposed after the 1979 revolution.

Mehr noch (und deshalb der Eintrag hier):

“This group had links with the United States and Britain,” Mr. Ejei was quoted as saying. “We had already informed these countries through the Foreign Ministry but they did not stop their terrorist moves and continued to support them,” he added.

Royalisten mit Verbindungen in die USA und nach Großbritannien???

Dies ist so schwer zu glauben, dass es fast schon ausgeschlossen werden kann.

Vorwürfe, dass die USA und/oder Großbritannien hinter irgendwelchen Sabotageakten oder Anschlägen stecken, sind nicht neu. Beweise hat Teheran allerdings nie präsentiert.