MEK keine Terroristen mehr in UK
8. May 2008 - 07:10
Der britische Courts of Appeal hat gestern nach siebenjährigem Streit entschieden, dass die britische Regierung die Muhjahedeen Khalk (MEK; in Deutschland treten sie als Nationaler Widerstandsrat auf) von der Liste der terroristischen Organisationen zu streichen hat.
After a seven-year legal battle, Britain’s Court of Appeal ruled Wednesday that the British government was wrong to include an Iranian resistance group, the People’s Mujahedeen of Iran, on its list of banned terrorist groups. (NYT)
Es ist nicht ganz klar, ob noch eine Berufung gegen diese Entscheidung möglich ist.
Die MEK sind für das Regime in Teheran ein äußerst sensibler Punkt.
Vor der Revolution Bündnisgenossen mit dem klerikalen Flügel um Khomeini, wurden die MEK, deren Ideologie eine Mischung aus Marxismus und Islam darstellt, nach dem Sturz des Schahs von der Macht ausgeschlossen. Ihre Mitglieder wurden verhaftet und in großer Zahl exekutiert.
Die MEK reagierte mit einer wachsenden Zahl von Terroranschlägen gegen führende Persönlichkeiten des neuen Regimes, mussten aber dann aus dem Iran fliehen und fanden Unterschlupf im Irak. An der Seite von Saddam Husseins Armee zogen sie gegen den Iran in den Krieg, was ihnen den Verlust jeder Unterstützung in ihrem Heimatland einbrachte.
Nach dem US Einmarsch im Irak wurden die noch verbliebenen MEK-Kämpfer entwaffnet und im Camp Ashraf von den Amerikanern interniert. Bis heute ist ihr Schicksal nicht ganz geklärt. 2003 erliess Teheran eine Amnestie für alle MEK-Kämpfer, die zurück kehren wollten. Dies Angebot ist auch von einigen in Anspruch genommen worden. Andere versuchen einen Flüchtlingsstatus in Drittländern zu erhalten. Neo-Konservative in den USA sprachen sich immer wieder dafür, die MEK als eine Art Bodentruppe für Aktionen gegen den Iran zu nutzen.
Vor zwei Jahren veröffentlichte Human Rights Watch einen Bericht, in dem der MEK ein kultgleiches Verhalten vorgeworfen wurde. Mitglieder würden Gehirnwäschen unterzogen, Abtrünnige verfolgt.
Der Nationale Widerstandsrat, der politische Zweig der MEK, gewann mit einer Pressekonferenz im Jahr 2002 einige Reputation, in der Informationen über geheime Arbeiten Teherans an einem Nuklearprogramm informiert wurde. Die Angaben erwiesen sich als zutreffend. Spätere weitere „Enthüllungen“ haben eine gemischte Trefferquote. Inzwischen bestehen starke Zweifel, ob die Informationen 2002 tatsächlich von MEK Mitgliedern, die weiterhin im Iran operieren, gesammelt, oder ob sie nicht eher von einem Geheimdienst stammen, der den Ursprung verdecken wollte.
Maryam Rajavi, Chefin der MEK mit Sitz in Paris, feierte die Entscheidung in London als einen Sieg. Die iranische Regierung ist empört.
“Senior British authorities must explain the reason behind this ruling,” a ministry spokesman, Mohammad Ali Hosseini, said in a statement faxed to news organizations. He referred to the group’s armed attacks on Iranian officials and said the ruling “would only propagate terrorism and violence.”
Teheran besitzt eine stark ausgeprägte Neigung, hinter Allem und Jedem die Hände der USA, der Israelis und vor allem der Briten zu vermuten.
Gleichzeitig wirft der Iran dem Westen vor, Terrorismus mit zweierlei Maß zu messen. Terroristen, die wie die MEK nützlich sind, werden wohlwollend behandelt, während Widerstandsbewegungen wie die Hisbollah oder Hamas als Terroristen diffamiert würden.
In der EU wie in den USA gilt auch nach der Entscheidung in London die MEK weiter als terroristische Organisation.
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