Haare

31. January 2007 - 20:16


Fashion report: modebewusste Iraner tragen ihre Haare neuerdings steil gen Himmel gerichtet. Links der alte, rechts der neue Stil.

Eine Frage der Nationalen Sicherheit

30. January 2007 - 22:11

Drei Journalistinnen soll in zwei Monaten in Teheran der Prozess gemacht werden, weil sie gegen die nationale Sicherheit des Irans gehandelt haben sollen.

Am vergangenen Samstag wurden Mansureh Shojai, Talat Taghinia und Farnaz Seifi auf dem Weg nach Indien am Flughafen Imam Khomeini von den Sicherheitsbehörden gestoppt. Die drei wollten dort an einem Workshop für Journalisten teilnehmen.

Sie wurden verhaftet und ins Ewin Gefängnis gebracht. Gleichzeitig durchsuchte die Polizei ihre Wohnungen und beschlagnahmte persönliche Unterlagen wie Computer, Handies und Notizen.

Am Sonntagnachmittag wurden die drei nach Zahlung einer Kaution wieder freigelassen. Heute gab Shirin Ebadi, die sie als Anwältin vertritt, bekannt, dass den drei in zwei Monaten der Prozess wegen „Handelns gegen die nationale Sicherheit“ gemacht werden soll.

Shoja, Taghinia und Seifi gehören zu den Aktivistinnen der Kampagne „Eine Millionen Unterschriften“, die sich gegen die rechtliche Diskriminierung von Frauen im Iran richtet.

PS: Thomas hat gestern bereits etwas über die Verhaftungen geschrieben (holländisch!).

Noch mal Holocaust Konferenz

23. January 2007 - 18:41

Die New York Review of Books veröffentlicht in ihrer aktuellen Ausgabe eine Erklärung von mehr als 100 Exil-Iranern, in der sie die Holocaust Konferenz im Dezember in Teheran als Geschichtsfälschung verurteilen und sie sich dagegen, dass die Regime die Leugnung des Holocaust als Propagandawaffe benutzt.

Zu den Unterzeichnern gehören u.a. Azar Nafisi, Autorin von Reading Lolita in Tehran, und Marjane Satrapi, Autorin von Persepolis.

Ein Satz sticht in dieser Erklärung heraus:

Noting that the new brand of anti-Semitism prevalent in the Middle East today is rooted in European ideological doctrines of the nineteenth and twentieth centuries, and has no precedent in Iran’s history;

Etwas für hinter den Spiegel.

Glück gehabt

9. January 2007 - 10:15

Ich habe Grippe. Meine Knochen schmerzen, mein Kopf dröhnt, meine Nase läuft und mein Fieber muss mindestens 99,9 Grad betragen.

Z. füttert mich mit Hühnersuppe, schafft zusätzliche Bettdecken herbei und ignoriert lächelnd meine Wehleidigkeit.

Ich fühle mich lausig, gleichzeitig aber auch erleichtert, denn es hätte viel schlimmer kommen können.

Iran Daily berichtet heute, dass nach Angaben von Fathollah Ommi, dem Leiter des Programms für saubere Luft, im letzten Jahr 9.900 Menschen in der Stadt an den Folgen der beiden Schadstoffe NOX und PM10 gestorben seien. Ich weiß nicht, was NOX oder PM10 ist, aber umgerechnet würde dies rund 27 Opfer pro Tag ergeben.

Omni nannte die Luftverschmutzung einen „kollektiven Selbstmord“ und führte noch weitere Zahlen an, um den Ernst der Situation zu belegen.

Vom 23. Oktober bis zum 21. November letzten Jahres seien in Teheran 3.600 Menschen an den direkten oder indirekten Folgen der Luftverschmutzung gestorben. Das macht rund 120 Tote pro Tag. Es wird also immer schlimmer.

Der schlechten Nachrichten nicht genug. Mohammad Hadi Haidarzadeh, der in der Stadtverwaltung für die Bekämpfung der Luftverschmutzung zuständig ist, weiß von 4.500 Teherani, die an Herzinfarkten gestorben seien. 80 Prozent dieser Todesfälle seien seiner Ansicht nach direkt oder indirekt mit der miserablen Qualität der Luft in der Stadt verknüpft.

So gesehen kann ich mich mit meinem weichen Gehirn und meinen brennenden Knochen eigentlich glücklich schätzen.

Happy

1. January 2007 - 00:01