Karimis Brief
14. May 2007 - 21:52

Niki Karimi ist eine der bekanntesten Filmschauspielerinnen des Irans und sicher keine schlechte.
Vor drei Jahren hat sie angefangen, selbst Regie zu führen. Ihre erste Arbeit war „Eine Nacht“, die Geschichte eines jungen Mädchens, dass nachts durch die Strasse von Teheran irrt und dabei auf die unterschiedlichsten Schicksale trifft.
Der Film ist u.a. auf den Filmfestivals in Cannes, München, Toronto und Vancouver gelaufen. Im Iran war er bislang aber nur zu seiner Premiere beim Fajr Filmfestival zu sehen.
Nun hat Niki Karimi einen offenen Brief an den stellvertretenden Leiter der Filmabteilung beim iranischen Kulturministerium geschrieben.
Calling for public justice and opinion in order to resolve a professional question is the last option for an artist. This is the option I choose in hope to resolve the question concerning my film that has not yet been screened even after three years of its production date. (ISNA)
Karimi erinnert daran, dass der Film auf verschiedenen Festivals gezeigt wurde und dass er der heimischen Zensur vorgelegt wurde, die nichts zu beanstanden hatte. Dennoch verweigere die Behörde die Freigabe des Films. Sollten sich in den letzten drei Jahre allerdings die Maßstäbe geändert haben, was als sozial akzeptabel gelte (Ahmadinejad ist Präsident geworden), dann bittet sie um eine klare Stellungnahme, dass „Eine Nacht“ nicht gezeigt werden könne.
“One Night” will finally be screened one day and I am pretty sure about that. What accumulates in between is the ambiguity in the artist-people relationship. Clearing up these dark points is what seems to be your first responsibility.
Karimis Film ist bei weitem nicht der einzige, der irgendwo in der kafkaesken Bürokratie der iranischen Zensur Staub ansetzt, weil eine Freigabe weder verweigert noch erteilt wird. Dinge nicht zu entscheiden, ist im Iran eine beliebte Methode, sie zu verhindern, ohne dass jemand dafür die Verantwortung übernehmen muss.
Karimi ist aber die erste, die - soweit ich weiß - öffentlich dagegen protestiert.
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