Anschlag

Es ist Freitag. Freier Tag in der islamischen Republik Afghanistan.
Z ist mit P zu einem Besuch des Baghe Zanane, des Frauenparks, losgezogen, von dem Männer ausgeschlossen sind.
Als sie zurück kehrt, hat sie einen Henna-Löwen auf dem Unterarm. Die Hennapaste wird mit einem aus weichem Holz geschnitzten Stempel aufgetragen. Afghanische Frauen schmücken sich zu allen erdenklichen Anlässen mit allen erdenklichen Mustern.
P hat einen Stier auf dem Unterarm.
Z ist allerdings nicht so furchtbar glücklich mit ihrer temporären Tätowierung. „Es brennt teuflisch auf der Haut.“
P: „Das war keine Afghanin, die diese Tätowierung aufgetragen hat, sondern eine Pakistanin. Wer weiß, was die da alles reingemischt hat.“ Sie lächelt zwar, meint es offensichtlich aber ernst.
Pakistaner sind in Kabul alle andere als gern gesehen. Sie stehen in dem Generalverdacht, alle möglichen Intrigen gegen Afghanistan zu schmieden.
Eine nähere Inspektion ergibt, dass an den Stellen, an denen das Henna dicker aufgetragen ist, Zs Haut stark irritiert, wenn nicht gar verbrannt ist.
P blickt triumphierend.
gepostet am 1. June 2007 um 07:53 von unter Afghanistan. Alle Kommentare können über den RSS 2.0 feed verfolgt werden.
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