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Anti-Semitismus / Iran / bpb


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Küntzel beginnt mit den Tiraden von Ahmadinejad gegen Israel …

„Sie haben eine schwarze und dreckige Mikrobe mit Namen ,zionistisches Regime’ geschaffen, um sie wie ein wildes Tier auf die Völker der Nation loszulassen“, rief der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad am 20. Februar 2008 seinen Anhängern in einer im Staatsfernsehen übertragenen Rede zu.

… und wer wollte Küntzel darin widersprechen, dass solch Äußerungen Ahmadinejads abstoßend und beunruhigend sind? Es folgen weitere Zitate ähnlichen Kalibers, in denen der iranische Präsident die „Zionisten“ für alles Mögliche in der Welt verantwortlich macht.

Nun Küntzel:

Das Muster ist vertraut. Ahmadinejad verwendet den Begriff „Zionist“ mit derselben Bedeutung, mit der Hitler das Wort „Jude“ benutzte: als Urgrund alles Bösen auf dieser Welt. Wer aber Juden für die Übel dieser Erde verantwortlich macht, der ist vom Antisemitismus beherrscht. Er wird Israel als „Keimzelle des Bösen“ beseitigen wollen. Er wird den Holocaust leugnen, da der Massenmord seinem Weltbild widerspricht.

Wie das? Mit einem flinken Brückenschlag hat Küntzel aus Ahmadinejad einen Antisemitien gemacht, indem er ihm einfach in den Mund legt, wenn er von Zionismus rede, meine er die Juden. Mit den Reden des Präsidenten ist dieser Antisemitismus aber nicht zu belegen. Im Gegenteil. Ahmadinejad legt großen Wert darauf, zwischen Juden und Zionisten zu unterscheiden (dass gleichwohl Antisemitismus im Iran existiert, steht auf einem anderen Blatt).

Diese kleine Unredlichkeit, ist für den weiteren Verlauf von Küntzels Argumentation aber wichtig, denn es folgt der Satz …

Er wird Israel als „Keimzelle des Bösen“ beseitigen wollen.

Ahmadinejad hat nie davon geredet, dass Israel „beseitigt“ werden müsse, weil die Juden die „Keimzelle des Bösen“ seien.

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat eine deutsche Übersetzung der berühmt-berüchtigten Rede von Ahmadinejad am 26. Oktober 2005 auf dem Kongress „Eine Welt ohne Zionismus“ ins Netz gestellt. Darin ist allerlei Haarsträubendes zu lesen, aber zum Zusammenhang Juden – Zionismus und dem „Problem Palästinas“ sagte er:

“Wir müssen zunächst sehen, was ist wirklich das Problem Palästinas? Sind die Kämpfe in Palästina ein Krieg zwischen ein paar Juden und den Muslimen und Nicht-Juden? Ist es ein Krieg zwischen den Juden gegen alle anderen Religionen? Ist es ein Krieg eines Landes gegen alle anderen Länder? Ist der Streit auf das Territorium Palästinas begrenzt? Meiner Ansicht nach muss die Antwort auf alle diese Fragen negativ ausfallen.”

Er fährt dann fort, den angeblich Jahrhunderte alten Konflikt zwischen der „Welt des Islams“ und der „Arroganz“ (womit die Kolonialmächte und in ihrer Nachfolge vor allem die USA gemeinst sind) zu räsonieren.

“Die Gründung des Regimes welches Jerusalem eroberte, war ein schweres Vergehen des hegemonialen Systems [nazm-i salta] und der Arroganz [istikbār] gegen die islamische Welt. Zwischen der Welt der Arroganz und der Welt des Islam tobt ein historischer Kampf, welcher Hunderte von Jahren zurückreicht.”

Ahmadinejad betont also ausdrücklich, dass es nicht um den Konflikt mit „ein paar Juden“ geht. Das macht seine Drohungen gehen Israel nicht akzeptabler, aber es ist ein nicht unwichtiger Unterschied.

Küntzel benötigt aber diese Verbindung, denn er argumentiert weiter …

Ihre Drohungen sind nicht auf Israel beschränkt. „Wir stehen inmitten eines historischen Krieges, der seit Hunderten von Jahren andauert“ hatte Ahmadinejad im Oktober 2005 erklärt und damit deutlich gemacht, dass es um den Nahostkonflikt nicht geht.

Küntzel zitiert also genau die von mir erwähnte Stelle aus Ahmadinejads Rede. Er kennt sei also und hätte es eigentlich besser wissen müssen.

Aber er bedient sich gern der Methode, Dinge / Aussagen, die nicht zueinander gehören, miteinander zu verbinden.

Nachdem er Ahmadinejad in seinem Text als einen …

Weltpopulist, als ein Arafat im Mao-Look, der Länder wie Kuba, Nicaragua oder Venezuela in die Revolutionsfront einbinden will

… portraitiert (was ist ein Arafat im Mao-Look???), widmet er sich dem Glauben des Präsidenten an die baldige Wiederkehr des Mahdi, worüber Küntzel immer wieder gern schreibt.

Mit dieser mythischen Figur ist der letzte unmittelbare Nachkomme Mohammeds in zwölfter Generation gemeint, der im Jahr 874 als kleiner Junge spurlos verschwand. Die Schia stützt sich auf den Glauben, dass dieser „Imam“ irgendwann aus seiner Verborgenheit hervortreten und die Welt von allen Übeln befreien werde. Diese abstrakte Vision von einer Befreiung der Welt haben Ahmadinejad und seine Freunde in ein tagespolitisches Programm verkehrt. So gehörte Anfang 2008 der Bau einer Prachtstraße für den „Messias, der demnächst kommen wird“ zu den Wahlkampfversprechungen Ahmadinejads, mit deren Hilfe er die manipulierten Parlamentswahlen im März 2008 gewann.[7] Was würde mit dem Bürgermeister der Heiligen Stadt Rom geschehen, wenn dieser ganze Stadtviertel abreißen ließe, um für die baldige Ankunft des Jesus-Messias eine Prachtstraße zu errichten? Würde er nicht seines Amts enthoben wenn nicht für verrückt erklärt werden? Hingegen betrachtet sich der amtierende Regierungschef des Iran als den unmittelbaren Wegbereiter des 12. Imam. Für ihn ist die Vorbereitungen auf dessen Wiederankunft „die wichtigste Aufgabe unserer Revolution.“[8] Er charakterisiert seine Politik als „jene Art von Mission, die auch den göttlichen Propheten anvertraut gewesen war. Sie erlaubt es nicht, dass wir uns ausruhen oder auch nur einen Moment schlafen.“[9]

Am Rande: ich kann die als Beleg für den Bau dieser Prachtstrasse ([7] = Rainer Herrmann, Iran zeigt sich unbeeindruckt, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), 5. März 2008.) im Internet nicht finden. Mag sein, dass die FAZ nicht alle Artikel aus der Print-Ausgabe online stellt. Ich lebe aber schon seit mehr als 4 Jahren in Teheran und habe von einer solchen Strasse nichts gesehen. Zudem war Ahmadinejad 2008 kein Bürgermeister mehr, sondern Präsident und der Vergleich mit Rom ist zumindest schief.

Solch ein Mann, meint Küntzel, ist in seiner Politik unberechenbar.

Solch intimer Kontakt zu übernatürlichen Kräften macht Politik unberechenbar. Warum sollte sich ein politischer Führer um die strategischen Realitäten dieser Welt allzu viele Sorgen machen, wenn er weiß, dass schon in Kürze der Messias kommen und die Geschicke dieser Welt übernehmen wird?

Küntzel müsste eigentlich wissen, dass er diese rhetorische Frage falsch stellt. In der Passage oben, wo er Ahmadinejad mit der Aussage zitiert, die Vorbereitung auf die Wiederkehr des Mahdi sei „die wichtigste Aufgabe unserer Revolution“, bedient er sich als Quelle einer Meldung des ehemaligen Reuters-Chefs im Iran, Paul Hughes ([8] = Paul Hughes, Iran President Paves the Way for Arabs’ Imam Return, Reuters, November 17, 2005). In der entsprechenden Meldung heißt es:

In a keynote speech on Wednesday to senior clerics, Ahmadinejad spoke of his strong belief in the second coming of Shi’ite Muslims’ “hidden” 12th Imam. …

“Our revolution’s main mission is to pave the way for the reappearance of the 12th Imam, the Mahdi,” Ahmadinejad said in the speech to Friday Prayers leaders from across the country.

“Therefore, Iran should become a powerful, developed and model Islamic society.”

“Today, we should define our economic, cultural and political policies based on the policy of Imam Mahdi’s return. We should avoid copying the West’s policies and systems,” he added, newspapers and local news agencies reported. (via Persian Journal)

Ahmadinejad fordert also den Aufbau einer “modellartigen islamischen Gesellschaft” – ziemlich das Gegenteil dessen, was Küntzel mit seiner Frage suggeriert.

Erneut kennt er den vollen Zusammenhang, sucht sich aber nur das aus, was in seine Argumentation passt und dreht den Kontext des Zitats auf den Kopf.

Noch ein (puuhhhh) letztes Beispiel.

Weiter unten im Text versucht Küntzel anhand von Ahamdinejad Zitaten zu belegen, dass es dem Iran mit seinem Atomprogramm weder um Energie noch um Abschreckung noch um Verteidigung sondern um etwas anderes geht.

Warum treibt der Iran sein Atomprogramm um jeden Preis voran? Ahmadinejad hat die Antwort im August 2007 so formuliert: „Die Nuklearisierung Irans ist der Beginn einer grundlegenden Veränderung in der Welt“. Irans Atomtechnik, so versprach er weiter, werde „in den Dienst derer gestellt, die entschlossen sind, den brutalen Mächten und Aggressoren entgegenzutreten.“[11] Diese Aussage zeigt, dass das iranische Atomprogramm weder für Energiezwecke noch für den Zweck der Abschreckung oder gar der Verteidigung konzipiert ist, sondern als ein Instrument „grundlegender Veränderungen“ nicht nur in der Region, sondern in der Welt. Ahmadinejads Worte führen zweitens vor Augen, dass der Iran seine nuklearen Fähigkeiten ohne Skrupel an andere Regimes oder Bewegungen weitergeben will.

Wieder ist es mit der Quelle ([11] = MEMRI, Inquiry & Analysis no. 1714, September 17, 2007.) nicht ganz einfach. Die MEMRI Serie „Inquiry & Analysis“ reicht mit Stand vom heutigen Tag nur bis Nummer 441. Die Nummer 1714 gibt es nicht. Vielleicht ein Lapsus, obwohl Küntzel die selbe Quelle in seinem Artikel gleich viermal zitiert.

Es gibt aber eine Ausgabe vom 17. September 2007, einen „Special Report“: Escalation in the Positions of Iranian President Mahmoud Ahmadinejad. Es handelt sich dabei um eine Zusammenstellung von Zitaten Ahamdinejads zum iranischen Atomprogramm, zum Mahdi, zu Israel und zu einigen anderen Themen mehr.

Es gibt dort auch die von Küntzel angeführte Stelle.

There are countries whose attainment of nuclear technology did not bring about any change in the world. Iran’s nuclearization, on the other hand, is the beginning of a very great change in the world, since its nuclear activities are in the service of peace, justice, and welfare for all the [world’s] countries…

Als Quelle verweist MEMRI wiederum auf eine Meldung der iranischen Nachrichtenagentur ISNA vom 28. August 2007. Leider hat die ISNA Webseite keine Suchfunktion und die Meldung lässt sich nicht mehr finden. (Küntzel muss großes Vertrauen in MEMRI haben, das wegen seiner sehr selektiven Wahrnehmung eine eher fragwürdige Reputation besitzt).

Vielleicht ließe sich bei genauerer Kenntnis der Quelle feststellen, dass Ahmadinejad von der Weitergabe von ziviler Nukleartechnologie sprach. Zu den gängigen Argumentation im Iran gehört die Behauptung, die „arroganten Mächte“ wollten Teheran den Zugang zur Nukleartechnologie verwehren, um das Land technologisch wie wirtschaftlich rückständig zu halten. Die Entwicklung einer eigenen Nukleartechnologie wird deshalb als Triumph über diese „arroganten Mächte“ gefeiert.

Um den friedlichen Charakter seines Atomprogramms zu unterstreichen und um den Versuchen der USA entgegenzutreten, den Iran in der islamischen Welt zu isolieren, hat Teheran zudem verschiedentlich eine Kooperation mit anderen islamischen Staaten im Bereich der Urananreicherung angeboten.

Bis heute wird darüber diskutiert, ob sich die Krise um das iranische Atomprogramm nicht durch ein Konsortium, in dem verschiedene Staaten an der Urananreicherung beteiligt werden, beilegen lässt.

Auf Wunsch liefere ich für diese meine Behauptungen gern auch die Quellen (es ist schon verdammt spät).

Aber auch ohne Belege ist dieser Kontext weit schlüssiger als Küntzels Behauptung, die beiden Zitate würden zeigen, das iranische Atomprogramm sei ein „Instrument ‚grundlegender Veränderungen‘ nicht nur in der Region, sondern in der Welt“ = atomare Bedrohung. Ohne zu stolpern werden dabei Energiezwecke (friedliche Nutzung) in einem Satz mit Abschreckung und Verteidigung (Atombombe) in einen Satz gepackt und so suggeriert, dass es ganz außer Zweifel stehe, dass der Iran den Besitz einer Bombe anstrebt. Wenn das so einfach wäre, dann hätten die USA und Israel weniger Schwierigkeiten, den Rest der Welt von der Notwendigkeit einer härteren Gangart gegen Teheran zu überzeugen.

Genug davon.

Mein Punkt: Küntzel verdreht, zitiert entgegen dem Kontext und sinnentstellend selektiv, um ein verzerrtes Schreckensgemälde von Ahmadinejad zu zeichnen. Das iranische Atomprogramm und die Positionen des iranischen Präsidenten sind auch bei nüchterner Betrachtung beunruhigend genug. Da bedarf es eigentlich nicht noch solcher Überzeichnungen.

Trotz des wissenschaftlichen Anstrichs, den der mit Fußnoten gespickte Text geben will, ist er reine Propaganda. Küntzel ist kein nüchterner Analytiker, sondern er hat eine politische Agenda. Er liefert die „wissenschaftlich fundierte“ Argumentation für eine Politik, mit der der Iran isoliert und konfrontiert werden soll.

So ist er neben seiner Autorentätigkeit auch als „Experte“ (es muss immer wissenschaftlich aussehen) bei der obskuren Realite-EU tätig.

Diese Organisation, über deren Finanzierung nichts bekannt ist, schreibt über sich auf ihrer Webseite:

REALITE-EU is a non-profit organization not connected to any government. REALITE-EU is supported by individuals concerned with the growing threat of Iran and extremism in Europe and the Middle East.

Sie liefert per Email Journalisten, Meinungsführern und „key analysts“ „objektive“ Informationen ins Haus, die vor der wachsenden Bedrohung durch den Iran warnen (darunter auch Texte von Küntzel) und plädiert für den Abbruch aller Wirtschaftsbeziehungen.

Küntzel war zudem Anfang Mai gleich mit zwei Beiträgen auf dem Mideast Freedom Forum in Berlin vertreten, das ähnlich Ziele verfolgt. Zu den weiteren Rednern dort gehörte der israelische Historiker Benny Morris, der für einen „präventiven Atomschlag“ plädierte, um das iranische Atomprogramm zu stoppen (hier zu hören und im Interview mit dem österreichischen Standard noch mal zu lesen).

Konnte die Bundeszentrale für politische Bildung, die sich auf die Fahnen geschrieben hat …

die Menschen in der Bundesrepublik Deutschland zu motivieren und zu befähigen, mündig, kritisch und aktiv am politischen Leben teilzunehmen (Webseite)

… keinen besseren Autor zum Thema „Iran und der Antisemitismus“ finden?

Zwei Autoren wurden noch um Beiträge gebeten.

Einmal Peter Philipp, „Chefkorrespondent und Nahostexperte“ beim Hörfunk der Deutschen Welle in Bonn, der einen ganz passablen Artikel im Stil dessen schreibt, was wir Journalisten so als allgemeine Schwadronade von uns geben. Er hält Ahmadinejads provokative Äußerungen eher für eine Strategie, sich im Nahen Osten populär zu machen, die in der eigenen Bevölkerung aber wenig Widerhall finde. Zudem sieht er es nicht als bewiesen an, dass der Iran tatsächlich eine Bombe baue.

Zweiter Autor – Trommelwirbel!!!!! – Henryk M. Broder.

Sein Beitrag wurde (vorsichtshalber?) mit „Polemik“ überschrieben. Kurz gefasst: was macht es schon, ob laut Ahmadinejad Israel von der Landkarte oder aus der Geschichte verschwinden soll? Am Ende wäre Israel zerstört.

Doch nun wissen wir es besser – er hats nicht so gemeint. Pünktlich zum Besuch der Kanzlerin in Israel erschien in der Süddeutschen Zeitung ein Artikel, in dem es hieß, die “Vernichtungsphantasien”, die dem Iran “unterstellt werden”, gingen auf “einen einzigen Satz zurück”, den der iranische Präsident zudem nicht gesagt habe. Der Satz, Israel müsse von der Landkarte verschwinden, sei so nicht gefallen, vielmehr habe der iranische Präsident gesagt: “Dieses Besatzerregime muss von den Seiten der Geschichte verschwinden.”

Nun wird niemand annehmen, dass Israel sich freiwillig aus der Geschichte verabschieden wird, irgendjemand müsste da schon nachhelfen. Und dass es ihm um “ganz Palästina” geht, das hat der iranische Präsident schon mehrmals unmissverständlich statuiert. Aber für die SZ macht es einen wesentlichen Unterschied, ob Israel von der Landkarte oder aus der Geschichte verschwinden soll.

Mit solchen Kleinigkeiten wie die Frage, ob Iran das Ende Israels nun mit einem Atomschlag herbeiführen könnte (Küntzel) oder lieber darauf setzt, dass Israel dem ständigen Druck von außen irgendwann nicht mehr standhalten kann, hält sich Broder ebenso wenig auf, wie mit der Frage, welche Formulierung – Landkarte oder Geschichte – denn nun korrekt ist. Wer solch eine Frage stellt, ist für ihn ein “Nationalpsychopath” und mit Fakten hält Broder es allemal nicht so genau.

Wenn sich Broders Text so liest wie die griffigere Volksausgabe von Küntzel, dann mag das daran liegen, dass beide eine Reihe von Berührungspunkten haben.

Beide nahmen als Redner am Berliner Mideast Freedom Forum teil, Küntzels Eigenwerbung, die bei mir in der Mailbox landete, befindet sich auch auf der „Achse des Guten“, wo Broder regelmäßig zu lesen ist.

Im übrigen: die Übersetzung der Ahmadinejad Rede auf der Webseite der Bundeszentrale für politische Bildung stammt von Eckart Schieweck vom Sprachdienst des Deutschen Bundestages. Er übersetzt die strittige Passage – Landkarte oder Geschichte – so:

Unser lieber Imam [Khomeini] sagte auch: Das Regime, das Jerusalem besetzt hält, muss aus den Annalen der Geschichte [safha-yi rōzgār] getilgt werden.

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