Esha Momeni

Esha Momeni

Es ist eine große Ausnahme, dass die Polizei in Teheran einen Autofahrer wegen eines Verstoßes gegen eine Verkehrsregel mitten in der Fahrt anhält. So ging es auch die Polizisten, die Esha Momeni am Mittwoch letzter Woche auf einem Highway stoppten, nicht wirklich um ein angebliches falsches Überholen, sondern sie begleiteten die Studentin aus Kalifornien zu der Wohnung der Verwandten, bei denen sie derzeit wohnt. Ihr Computer und eine Reihe anderer Unterlagen wurden beschlagnahmt. Danach wurde Momeni ins Evin Gefängnis gebracht, wo sie bis heute gefangen gehalten wird.

Momeni ist Studentin an der California State University in Northridge. Die 28jährige ist in Kalifornien geboren, lebte aber einige Jahre in Teheran und hat an der Azad Universität 2002 einen Abschluss in Graphik Design gemacht. Danach ging sie in die USA zurück und wollte nun Material für ihre Abschlussarbeit über Frauen im Iran sammeln.  Dafür hatte sie auch eine Reihe von Interviews mit einer Video-Kamera aufgenommen.

Sie hat sowohl die iranische wie die amerikanische Staatsbürgerschaft. Iranische Behörden beharren in solchen Fällen darauf, dass die amerikanische Staatsbürgerschaft für sie keine Rolle spiele und sie die Betroffenen allein als iranische Staatsbürger betrachten würden.

Die Justiz in Teheran hat den Vorfall bislang nur bestätigt, lehnt wegen laufender Untersuchungen aber jede Stellungnahme ab.

Amnesty International hat den Fall aufgegriffen, die Universität wie Momenis Familie setzen sich für ihre Freilassung ein. Im Internet gibt es inzwischen eine entsprechende Petition sowie ein Weblog, das über die neusten Entwicklungen informiert.

Kommentare

Es sind 2 Kommentare vorhanden. Kommentar hinzufügen!

  1. von
    Bijan
    am
    10. November 2008 um 15:24 Uhr

    Danke, daß Du in deinem blog das Thema aufgreifst. Die neueste Meldung laut IRNA war ja, daß der Vater meinte, er wollte seine tochter gar nicht sehen, da sie schuldig war. Diese Grausamkeit der iranischen Behörden ist unvorstellbar.

  2. von
    mebb
    am
    10. November 2008 um 17:08 Uhr

    @ bijan Da ist es fast schon ein Trost, dass die Glaubwürdigkeit von IRNA bei derartigen Themen gegen Null geht.

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