Bar

14. April 2008 - 20:50

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Ein improvisierter Wegweiser an der Strasse von Biyara nach Halabja im Nordosten des Iraks, dicht an der iranischen Grenze. Für Eingeweihte signalisiert die Jacke, dass es hierrechts ab zu einer kleinen Hütte geht, wo sich abends Männer versammeln, um alkoholische Getränke zu konsumieren.

French Coffee (Suleimanya)

7. April 2008 - 22:49

(c) Zohreh Soleimani

Happy II

5. April 2008 - 15:21

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Nach Kurdistan

30. October 2007 - 22:30

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Um 5 Uhr morgens schlafe ich gewöhnlich noch und auch heute morgen gab es eigentlich keinen Grund, nicht weiter zu schlafen, nachdem ich es mir auf dem Rücksitz des Taxis ein wenig bequem gemacht hatte.

Erst gegen 10 Uhr wurde ich neben einer lärmenden Autowerkstatt in Hamadan mit steifem Hals und verrenkten Gliedern wieder wach. Der Fahrer musste pinkeln gehen, Z, Arash und ich nutzen die Gelegenheit zu einem schnellen kleinen Frühstück und einem Tee.

Die Strecke von Teheran in das irakische Kurdistan ist bis Hamadan – das weiß ich von früheren Fahrten – nicht sonderlich spannend. Eine zweispurige Landstrasse, die sich Highway nennt, gesäumt von Ödland und kleineren Ortschaften mit Obstständen, kitschigen, bunt bemalten Auslagen von Keramikgeschäften und alle paar Kilometer eine Tankstelle.

Aber hinter Hamedan zweigt sich die Strasse. Rechts geht es nach Sarandaj, iranisches Kurdistan. Dies ist eine Region, in die man als ausländischer Journalist nur fahren darf, wenn man einen guten Grund hat und dieser Grund auch den Aufsehern in Teheran gefällt.

Aus der Ebene ging es sehr schnell die Berge hinauf. Die Strasse biegte und schmiegte sich in unzähligen Windungen und führt dann auf der anderen Seite des Gebirgszuges in einen breites Tal, in dem Sarandaj in der Sonne funkelt. Zwei Frau in weit fallenden, gerade geschnittenen, knöchellangen Kleidern mit leuchtenden Farben standen schwatzend am Straßenrand. Männer in den weit fallenden kurdischen Hosen saßen vor ihren Läden und schauten dem Treiben zu.

Sarandaj gilt als eines der Zentren der kurdischen Autonomiebewegung in Iran. Die Kurden organisierten hier den Aufstand gegen die Truppen des Schahs und nach der Revolution gegen das neue Regime in Teheran. Weiterlesen →

Asia Cup

30. July 2007 - 10:55

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Jetzt kann ich es ja ruhig sagen: all der Jubel und der Freudentaumel während der Fußballweltmeisterschaften im letzten Sommer in Deutschland hat mich recht kalt gelassen. Ich habe ein Problem mit Massen die Nationalfähnchen schwenken – egal welcher Couleur, und wenn ich eine Alternative wüsste, könnte die Weltmeisterschaft auch gut ohne Nationalmannschaften auskommen.

Ich bin halt geistig ein wenig in der Zeit stecken geblieben, als Nationalismus noch als die Ursache vieler keimender Übel galt.

In der vergangenen Nacht hat in der 71. Minute des Finale des Asia Cups Younes Mahmoud einen Fehler des saudischen Torwarts bei einer Ecke genutzt und den Ball zum einzigen Treffer der Begegnung eingeköpft. Irak wurde erstmals in seiner Geschichte Asienmeister!

Ich habe es der Mannschaft von Herzen gegönnt. Sie spielt mit ihrer defensiv ausgerichteten Taktik nicht gerade einen beigeisternden Fußball, aber unter den gegeben Umständen war das, was sie abgeliefert haben, schon ganz beachtlich. Sie können im eigenen Land weder trainieren noch Spielpraxis in der Liga sammeln. Wenn sich einer der bekannteren Spieler nur auf die Strasse traut, muss er fürchten, gekidnappt zu werden. Der Gewinn des Asien Cups ist deshalb weit mehr, als man von der Elf erwarten durfte.

Vor allem habe ich den Sieg aber den Irakern gegönnt. Die Mannschaft ist ein Gemisch aus Kurden, Turkmenen und Arabern, Sunniten wie Schiiten – ein bunte Truppe, wie sich viele Iraker ihr Land gewünscht hätten, bevor der Einmarsch der Amerikaner eine Spirale der Gewalt in Bewegung gesetzt hatte.

Von diesem Ideal ist nicht mehr viel übrig geblieben. Die Nationalmannschaft erinnert daran, was einmal hätte sein sollen. Es ist ein Traum, der in immer größere Ferne rückt.

PS: Von Al Jazeera nach dem Spiel gefragt, was er sich für den Irak wünschen würde, antwortete Younes: „Den Abzug der Amerikaner.“