Wenn Sie zufällig ein wenig Zeit haben V

14. December 2007 - 11:27

Ulrich Ladurner hat sich für DIE ZEIT aufgemacht, in Kerman die Wahrheit über Ahmadinejad herauszufinden.

Vielleicht hätte ihm vorher jemand sagen wollen, dass die Gouverneure alle von Ahmadinejad ernannt worden sind.

Noch nie in Teheran gewesen?

20. October 2007 - 08:57

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Macht nichts. Es geht den meisten so.

Dennoch macht man sich ein Bild von einer solchen Stadt, und wenn es um Klischees geht, die dabei aufeinander gestapelt werden, dürfte Teheran ohne viel Mühe in der Top 10 landen. Tschador, Mullahs, Khomein-i Portraits, Moscheen …

Wir setzen uns aus den Bruchstücken, die wir aus dem Fernsehen und von Fotos kennen, ein Bild zusammen und Füllen die Lücken mit unseren eigenen Erwartungen, was wir denken, wie es in Teheran aussehen sollte.

Eine Gruppe von Künstlern aus Kanada, Italien, Irland, Schweden, Neuseeland, Deutschland, Frankreich, Schweden, Japan, Dänemark, Pakistan und den USA haben sich auf die Suche gemacht, was in ihrer Umgebung ihrer Meinung nach irgendwie wie Teheran aussieht. Ihre Fotos wurden in der vergangenen Nacht auf eine gemeinsame Webseite aufgeladen und als Slide-Show in Galerien von Istanbul bis San Francisco präsentiert.

Ja, es gab auch eine Show in Teheran. Zum Realitätsabgleich.

Johnston frei

4. July 2007 - 15:08

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Auch mal eine gute Nachricht: Alan Johnston, BBC Korrespondent in Gaza ist nach 114 Tagen Gefangenschaft heute freigelassen worden.

Offensichtlich hat die Hamas, die die Kontrolle über Gaza übernommen hat, Johnstons Kidnappers zur Aufgabe bewegt.

Mehr auf der BBC Website.

Sahar Journalists Assistance Fund

15. June 2007 - 17:28

Nach dem Tod der irakischen Kollegin Sahar al-Haideri will das Institute for War and Peace Reporting (IWPR) einen Fond einrichten, mit dem bedrohten Journalisten und ihren Familien im Irak geholfen werden soll.

Susanne Fischer, die das IWPR Journalistentraining im Irak leitet, schrieb mir heute eine Email:

Der Fond funktioniert, man kann über unsere Webseite spenden,

hier ist der Link

http://www.iwpr.net/index.php?p=-&apc_state=henh&s=o&o=top_donate.html

Der Fond heißt nun “Sahar Journalists Assistance Fund”. Bei dem Pull-Down Menu kann man wählen, ob man gezielt für den Fond oder für IWPR allgemein spenden will.

IWPR arbeitet aber noch daran, das Spenden ein wenig einfacher zu gestalten.

Susanne wiess noch auf eine andere Organisation hin, die sich um Journalisten im Irak, die bedroht werden, sowie um die Einschränkung der Pressefreiheit kümmert. Sie nennt sich Journalistic Freedoms Observatory (JFO), existiert seit 2004, ist von allen staatlichen, religiösen, etc. Einrichtungen unabhängig und finanziert sich selbst.

JFO über sich selbst:

The organization deals with revealing the violations practiced against the journalists and media men. It takes legal measures to defend the arrested journalists and those journalists who receive threats. It always issues statements of denouncement against targeting the media men declaring the true danger the journalists encounter in Iraq.

JFO hat auch eine Webseite (leider überwiegend Arabisch) und hat sicher ebenfalls Unterstützung verdient.

Nachtrag: IWPR hat  das Spenden inzwischen ein wenig einfacher gemacht. Mehr Informationen gibt es hier.

Sahar al-Haideri

14. June 2007 - 22:17

070614_sahar.jpgDie Tage werden immer zahlreicher, an denen ich meine anschwellende Schwermut nur dadurch im Griff behalten kann, indem ich grässlich wütend werde.

Wir fangen an, tote Kollegen und vor allem tote Kolleginnen zu zählen wie tote Fliegen. Nach den beiden afghanischen Journalistinnen Shakiba Saanga Amaj und Zakia Zaki wurde vor einer Woche die irakische Journalistin Sahar Hussein al-Haideri vor ihrer Haustür erschossen.

Sahar arbeitete für eine Zeitung in Mosul, für die Voices of Iraq Nachrichtenagentur sowie für das Institute for War and Peace Reporting (IWPR), wo sie auch ihre journalistische Ausbildung erhalten hat.

Aus Sicherheitsgründen hatte sie angefangen, unter einem Pseudonym zu schreiben. Ihre Familie, darunter ihre vier Kinder, war bereits vor sechs Monaten nach Damaskus geflohen. Als sie jetzt allein zurück kam, wurde ihr vor ihrem Haus aufgelauert und sie wurde erschossen.

Zur Tat bekannt hat sich Ansar al-Sunna, eine sunnitische Terrorgruppe, in einem Schreiben an eine kurdische Zeitung.

Nach subtiler Beobachtung sind wir zu dem Schluß gekommen, dass durch Zusammenarbeit mit der irakischen Polizei, die von den Beatzungsmächten unterstützt wird, Sahar falsche, die Wahrheit verzerrende Berichte über die Mudschaheddin schrieb. Am 7. Juni lauerte ihr eine Gruppe von Ansar-Kämpfern auf und durchlöcherte ihren Körper mit Kugeln.

Sahar hatte wie jede anständige Journalistin natürlich auch bei der Polizei recherchiert und von dort Informationen erfragt. Sie war in ihrer Berichterstattung aber alles andere als „polizeifreundlich“.

Susanne Fischer, die die Journalistenausbildung von IWPR in Suleimani im Irak leitet, hat in ihrem Weblog bei stern.de einen sehr persönlichen Nachruf auf Sahar geschrieben.

Du warst zerrissen - zwischen der Sorge um Deine Sicherheit und dem Wunsch, nicht zu kapitulieren vor denen, die Dich zum Schweigen bringen wollten. Dem Wunsch, öffentlich zu machen, wie Extremisten Schritt für Schritt dabei sind, Deine Heimatstadt Mosul unter ein archaisch-absurdes islamistisches Schreckensregime zu bringen.

Ich wünschte, die Sorge hätte obsiegt. Und Du wärst ein weiterer der 1.4 Millionen irakischen Flüchtlinge in Syrien geworden. Aber Du wolltest kein Flüchtling sein. Du wolltest Reporterin bleiben. Und die Frage stellt sich auch: Was wird aus einem Land, wenn alle Sahars gehen?

In einem zweiten Nachruf für die Webseite von IWPR schreibt Susanne

Iraqi journalists need more support of a worldly nature, too.

IWPR richtet deshalb einen „Journalist Assistant Fund“ ein, der Journalisten helfen soll, bei allzu großer Bedrohung unterzutauchen, die Stadt zu wechseln oder auch ins Ausland zu gehen. Mit diesem Geld sollen ebenfalls die Familien unterstützt werden.

Wenn der Fund, der nach Sahar benannt werden soll, eingerichtet ist, mehr.