Abgefangen

24. October 2008 - 12:33

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Alles war mit den iranischen Behörden abgeklärt. 10 iranische Journalisten, das Visum in der Tasche, standen am Dienstag letzter Woche am Flughafen Imam Khomeini bereit, um auf Einladung vom Institute for War and Peace Reporting (IWPR) für drei Wochen in die USA zu reisen.

Die Einladung war offiziell. Ursprünglich sollten 14 iranische KollegInnen reisen, 10 standen schließlich auf der Liste, die mit der zuständigen Abteilung des Ministeriums für Kultur und islamische Führung abgestimmt war. Das Ministerium war auch darüber informiert, dass die Gruppe nach Dubai flog, um sich beim dortigen US Konsulat ihre Visa abzuholen.

Am Dienstag hatten die 10 bereits die Passkontrolle passiert als Herren in Zivil auf sie zukamen und ihnen die Ausweise abnehmen. Die Gruppen wurde knapp vier Stunden am Flughafen festgehalten und dann nach Hause entlassen. Die Sicherheitsleute behielten die Pässe.

Seither werden Mitglieder der Gruppe einzeln beim Sicherheitsdienst einbestellt, befragt und sie gleichzeitig darüber aufgeklärt, beim IWPR handele es sich um ein Unternehmen der CIA, mit dem ein Regimewechsel im Iran betrieben werden solle.

Niemand wurde bislang verhaftet, aber die Pässe wurden auch nicht zurück gegeben. Die Verantwortlichen im Kulturministerium sprechen von „Missverständnissen“.

PS: IWPR hat einen eigenen Service mit Beiträgen iranischer Journalisten namens Mianeh.

Disclaimer: ich habe in der Vergangenheit für IWPR als Trainer im Irak gearbeitet, allerdings nie das Gefühl, dies im Auftrag der CIA zu tun.

Esha Momeni

23. October 2008 - 10:57

Esha Momeni

Es ist eine große Ausnahme, dass die Polizei in Teheran einen Autofahrer wegen eines Verstoßes gegen eine Verkehrsregel mitten in der Fahrt anhält. So ging es auch die Polizisten, die Esha Momeni am Mittwoch letzter Woche auf einem Highway stoppten, nicht wirklich um ein angebliches falsches Überholen, sondern sie begleiteten die Studentin aus Kalifornien zu der Wohnung der Verwandten, bei denen sie derzeit wohnt. Ihr Computer und eine Reihe anderer Unterlagen wurden beschlagnahmt. Danach wurde Momeni ins Evin Gefängnis gebracht, wo sie bis heute gefangen gehalten wird.

Momeni ist Studentin an der California State University in Northridge. Die 28jährige ist in Kalifornien geboren, lebte aber einige Jahre in Teheran und hat an der Azad Universität 2002 einen Abschluss in Graphik Design gemacht. Danach ging sie in die USA zurück und wollte nun Material für ihre Abschlussarbeit über Frauen im Iran sammeln.  Dafür hatte sie auch eine Reihe von Interviews mit einer Video-Kamera aufgenommen.

Sie hat sowohl die iranische wie die amerikanische Staatsbürgerschaft. Iranische Behörden beharren in solchen Fällen darauf, dass die amerikanische Staatsbürgerschaft für sie keine Rolle spiele und sie die Betroffenen allein als iranische Staatsbürger betrachten würden.

Die Justiz in Teheran hat den Vorfall bislang nur bestätigt, lehnt wegen laufender Untersuchungen aber jede Stellungnahme ab.

Amnesty International hat den Fall aufgegriffen, die Universität wie Momenis Familie setzen sich für ihre Freilassung ein. Im Internet gibt es inzwischen eine entsprechende Petition sowie ein Weblog, das über die neusten Entwicklungen informiert.

Verhältnisse

22. October 2008 - 11:27

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Aus einer kleinen Geschichte der BBC über die heraufziehende Hungersnot in Afghanistan und die Rezepte der amerikanischen Präsidentschaftskandidaten für das Land:

Currently nearly $100m a day is being spent on the war, yet since 2001 just $7m a day has been spent on Afghans themselves, according to the Agency Co-ordinating Body for Afghan Relief, an umbrella organisation representing 100 aid agencies working in Afghanistan.

Auf Deutsch:

Nach Angaben des Agency Co-ordinating Body for Afghan Relief, einer Dachorganisation, die 100 Hilfsorganisationen vertritt, die in Afghanistan arbeiten, werden gegenwärtig täglich fast 100 Millionen US Dollar für den Krieg, aber seit 2001 nur 7 Millionen US Dollar für Afghanistan selbst ausgegeben.

Larijani tritt nicht an

21. October 2008 - 19:18

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Ali Larijani, einst Chefunterhändler in der Atomfrage, jetzt Sprecher des Parlamentes und trotz seines konservativen Hintergrundes alles andere als ein Freund von Ahmadinejad hat heute erklärt, er werde nicht zu den Präsidentschaftswahlen am 12 Juni nächsten Jahres antreten.

“I will not stand in the presidential election, and I have said this many times and it is not a secret issue,” the news agency quoted him as saying.

Gemeint ist die Fars News Agency.

Im Iran ist in solchen Fragen ein Nein nie ein endgültiges Nein. Warten wir es also ab, aber sehr viel Chancen wurden ihm allemal nicht eingeräumt. Er ist eher ein intellektueller Typ, dem das Charisma fehlt, eine größere Zahl an Wählern für sich zu mobilisieren.

Nur wenn der „existierende Machtapparat“ (um eine Formulierung von ex Präsident Khatami zu benutzen) ihn unterstützen würde, hätte er sich vielleicht Hoffnungen machen können, aber danach sieht es derzeit nicht aus.

Aus dem Kreis seiner Vertrauten wird zudem angeführt, er verzichte aus privaten Gründen. Eine seiner Töchter sei an Krebs erkrankt.

Teestube im großen Basar von Teheran

20. October 2008 - 13:25

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